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Boston Consulting: Apple ist das innovativste Unternehmen

29.10.2014 | 15:00 Uhr |

Apple, Google und Samsung sind - in dieser Reihenfolge - die innovativsten Unternehmen der Welt, behaupten die Management-Berater der Boston Consulting Group (BCG). Mit Ausnahme von Tesla und Toyota sind alle Top-ten-gelisteten Unternehmen IT-, Elektronik- oder Internet-Konzerne.

BCG befragte bereits zum neunten Mal mehr als 1500 Führungskräfte aus zahlreichen Ländern und Branchen zu Innovationen und Innovationsfähigkeit. Mehr denn je belegen Unternehmen der Technologie- und TK-Branche die vorderen Plätze: Apple, Google und Samsung schafften es aufs Treppchen, Microsoft, IBM, Amazon, Tesla, Toyota, Facebook und Sony vervollständigen die Top ten.

Das zeigt die Studie "The Most Innovative Companies 2014: Breaking Through Is Hard to Do", die heute erscheint. Mit Siemens (15), BMW (18), Volkswagen (21), Daimler (25), Audi (28), Bayer (45) und BASF (48) haben es sieben deutsche Industriegiganten in den Kreis der 50 innovativsten Unternehmen geschafft. Auch das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen Airbus (33) gehört zu dieser Gruppe.

Es reiche heute nicht mehr aus, die bestehenden Geschäftsmodelle schrittweise weiter zu entwickeln, sagt Carsten Kratz, Chef von BCG für die Länder Deutschland und Österreich. "Vielmehr sind zusätzlich Innovationen von disruptiver Kraft notwendig, um zu den Spitzenreitern einer Branche zu gehören." Solche disruptiven Innovationen seien in der Lage, bestehende Geschäftsmodelle, Produkte und Abläufe komplett zu verdrängen. Die Digitalisierung vereinfache und beschleunige die Einführung disruptiver Innovationen stark. Vielen Unternehmen werde das zusehends bewusst.

Oracle und Salesforce unter den Neueinsteigern

Apple führt die Liste der innovativsten Unternehmen seit 2005 ununterbrochen an. Sechs der elf Neueinsteiger in den Top 50 kommen zudem aus der Technologiebranche - und zwar Xiaomi, Yahoo, Hitachi, Oracle, Salesforce.com und Huawei.

Die innovativsten Unternehmen der Welt
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Interessant ist zudem, wie stark Konzerne aus der Konsumgüterbranche hier repräsentiert sind: Coca Cola, Starbucks, Nike und Procter & Gamble sind oben mit dabei. Automobilhersteller hingegen haben gegenüber anderen Branchen verloren. Unter den 20 innovativsten Unternehmen finden sich nur vier Autobauer, BMW auf Rang 18 (Vorjahr: Rang 9) ist darunter der einzige deutsche.

Die Rangliste wird stark von amerikanischen Firmen dominiert. Kein deutsches Unternehmen schaffte den Sprung in die Top ten. "Wir sehen global ein Erstarken der Unternehmen aus den USA - das gilt auch und insbesondere für deren Innovationskraft", sagt BCG-Deutschlandchef Kratz. Unternehmen aus Deutschland spielten zwar weiter in der Topliga der innovativsten Unternehmen, müssten aber aufholen.

Entscheidend dabei sei es, die Erneuerung in allen Dimensionen zu begreifen und voranzutreiben. "Unternehmen hierzulande haben Innovation in der Vergangenheit häufig nur mit Blick auf ihr Produkt interpretiert", so Kratz. Im Zeitalter der Digitalisierung sei das aber nicht ausreichend, Innovation müsse alle Facetten des Geschäfts umfassen.

Die Ansicht, dass disruptive Innovationen nötig seien, teilen die Befragten übrigens mehrheitlich nicht. So streben lediglich 13 Prozent danach - und von diesen deutet auch noch fast die Hälfte an, dass die Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens bestenfalls durchschnittlich sei. Insgesamt können laut BCG nur 7,6 Prozent der untersuchten Unternehmen als Firmen mit herausragender Innovationskraft bezeichnet werden.

Firmen unterschätzen Folgen der Digitalisierung

In zahlreichen Branchen messen die Befragten digitalen Technologien in den kommenden drei bis fünf Jahren nur eine begrenzte Bedeutung bei, was deren Innovationswirkung angeht. Noch nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer aus Branchen wie Telekommunikation, Pharma oder Handel glaubt, dass Trends wie Big Data oder Mobile einen großen Einfluss haben werden. Sogar weniger als ein Drittel sagt, dass ihre Unternehmen diese digitalen Innovationsthemen in ihren Innovationsprogrammen berücksichtigen würden.

BCG-Deutschlandchef Kratz hält diese Ignoranz für gefährlich: "Digitale Trends, basierend auf Big Data und mobilen Diensten, sind aktuell die Innovationshebel schlechthin, wie man an Branchen wie Telekommunikation oder IT sieht."

Die BCG-Studie untersuchte auch, was "bahnbrechende Innovatoren" von anderen Unternehmen unterscheidet: Demnach stellen sich diese breiter auf in der Ideenfindung, nutzen intensiver Geschäftsmodell-Innovationen und haben Unternehmenskulturen, die stärker auf durchschlagenden Erfolg ausgerichtet sind. Fast die Hälfte der bahnbrechenden Innovatoren sagten, dass sie über die vergangenen drei Jahre mehr als 30 Prozent ihrer Umsätze mit Innovationen erzielt hätten - mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt.

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