Von Import Import - 02.11.2007, 10:49

Breite Front gegen Facebook und Microsoft

XING und MySpace schließen sich Googles Initiative an

Google hat bei seinem Vorstoß ins boomende Geschäft mit Social-Networking-Websites den Branchenführer MySpace als Partner gewonnen. Auch das in Deutschland führende Geschäftskontaktnetz XING – früher openBC – ist mit von der Partie.
MySpace mit mehr als 200 Millionen angemeldeten Nutzern wird sich Googles OpenSocial-Initiative anschließen: Einer technischen Plattform, mit der ein Programm auf unterschiedlichen Netzwerk-Seiten laufen kann. Bisher müssen für jede Seite die Programme wie Kalender, Foto-Dienste oder Spiele neu erstellt werden, weil die Netzwerke mit verschiedenen technischen Spezifikationen arbeiten. Google will OpenSocial als eine Art Standard etablieren.
Auch XING hat erklärt, Googles Philosophie einer einheitlichen Infrastruktur für Applikationen in Online-Netzwerken unterstützen zu wollen. "Wir sind zukünftig in der Lage, XING entsprechend dem internationalen gültigen Standard für externe Entwickler weiter zu öffnen", zitiert eine Unternehmensmitteilung den Gründer und Vorstandsvorsitzenden Lars Hinrichs. Die XING-Mitglieder würden insbesondere davon profitieren, dass die Firma auf zusätzliche Entwicklerressourcen zurückgreifen und aus einem Pool neuer Business-Applikationen wie Anbindungen an CRM-Systeme, Projekt-Management-Tools und To-Do-Listen auswählen könne. "Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung", so Hinrichs weiter. "Der offene Programmierstandard ergänzt unsere Vorbereitungen zur XING-API."
Die so genannten "sozialen Netzwerke", auf denen die Nutzer persönliche Seiten einrichten und miteinander kommunizieren können, gelten derzeit als eines der wichtigsten Geschäftsmodelle im Internet. Über sie können Unternehmen gezielt Werbung platzieren. Die Unterhaltungsbranche nutzt Netzwerke beispielsweise bereits sehr aktiv, um Musiktitel und Filme zu vermarkten.
Google verlor vor wenigen Tagen das Rennen um die populäre Seite Facebook an Microsoft. Der Windows-Konzern zahlte 240 Millionen Dollar für einen Anteil von nur 1,6 Prozent an Facebook mit etwa 50 Millionen registrierten Mitgliedern. Facebook, für das es etwa 7.000 Programme gibt, macht bisher nicht bei Googles OpenSocial-Plattform mit. Neben MySpace wurde am Donnerstag auch die kleinere Seite Bebo als Partner bekanntgegeben. Außerdem sind bereits Netzwerke wie LinkedIn, Hi5 Networks oder Friendster dabei. (tc/mst)
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