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Brief von Tim Cook zur EU-Steuerforderung

30.08.2016 | 14:50 Uhr |

13 Milliarden Euro will die EU-Kommission von Apple – in einem offenen Brief wehrt sich Tim Cook gegen den Vorwurf

„Vor 36 Jahren, lange vor dem iPhone, dem iPod und selbst dem Mac, eröffnete Steve Jobs die erste Geschäftsstelle von Apple in Europa.“ Mit diesem historischen Rückgriff auf die Anfänge Apples in einem kleinen irischen Ort namens Cork beginnt Tim Cooks offener Brief zur EU-Forderung. Wie heute bekannt gegeben, fordert die EU-Kommission von Apple 13 Milliarden Euro . Apple solle in Irland 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen, was Apples CEO entschieden verweigert.

Wir haben die Kernaussagen des 800 Wörter umfassenden persönlichen Briefs zusammengefasst:

– Apple habe nahe 6000 Angestellte in Irland und Apple Produkte hätten in ganz Europa über 1,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, beispielsweise in der Softwarentwicklung. Aktuell sei Apple größter Steuerzahler in Irland, größter Steuerzahler in den USA und weltweit größter Steuerzahler.
– Eine Sonderbehandlung hätte Apple nie erhalten (ein Vorwurf der EU), sondern nur allgemeine Richtlinien der Steuerbehörden.
„Wir befinden uns jetzt in der außergewöhnlichen Situation, aufgefordert zu sein, nachträglich zusätzliche Steuern an eine Regierung zu zahlen, die sagt, dass wir ihnen nicht mehr schulden, als wir bereits gezahlt haben.“ so Cook.
– Eigentlich gehe es nicht um die Frage wie viel Steuern Apple zahlt, sondern welche Regierung davon profitiert.
– Irland plant gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, Apple wird dies ebenfalls tun – und ist zuversichtlich, dass die Anordnung aufgehoben wird.
– Bei multinationalen Unternehmen gäbe es das Prinzip, der Gewinn solle in dem Land versteuert werden, in dem der Gewinn geschaffen wird. Da aber Forschung und Entwicklung in Kalifornien stattfinden, würden die Gewinne vor allem in den Vereinigten Staaten versteuert. Europäische Unternehmen in den USA würden nach dem gleichen Prinzip besteuert
– Apple befürwortet eine internationale Steuerreform, aber nicht rückwirkend.

Unsere Anmerkung:

Kein Unternehmen zahlt mehr Steuern als notwendig und Apple sieht sich hier nicht als Sonderfall. Moralisch wäre Apple vielleicht dazu verpflichtet und macht wohl in der Öffentlichkeit keine allzu gute Figur. Wer welche Ansprüche hat, ist aber wohl wirklich nicht völlig klar. So hat der amerikanische Staat ebenfalls schon Ansprüche an Apples Auslands-Gewinnen angemeldet. Ein langer Prozess mit der EU ist wohl zu erwarten.

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