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Briten wollen legale Hintertür zu verschlüsselten iPhone-Daten

03.11.2015 | 14:30 Uhr |

Morgen will das britische Parlament ein Vorratsdatenspeicherungsgesetzt verabschieden, die iPhone-Nutzer sind auch betroffen.

Die "Investigatory Powers Bill" sollte nach Aussagen der britischen Abgeordneten klare Grenzen und Verantwortung für die Exekutive, vor allem für die Polizei und Staatsanwaltschaft definieren und in Einklang mit dem digitalen Zeitalter bringen. Praktisch heißt dies jedoch, das britische Parlament wird morgen eine Art des Vorratsdatenspeicherungsgesetzes verabschieden. Demnach sollen die Internet-Unternehmen beispielsweise den Browser-Verlauf eines Nutzers für mindestens zwölf Monate speichern. Suchanfragen sollen auch für die gleiche Zeit gesichert werden und auf Nachfrage der Ermittlungsbehörden geliefert werden. Für den Zugang werden die Ermittler einen Gerichtsbeschluss benötigen.

Legale Hintertür zu den verschlüsselten Daten

Der zweite Part des Gesetzes beschäftigt sich mit den verschlüsselten Daten, gespeichert auf den Firmen-Servern oder auf den Nutzer-Geräten. Das neue Gesetz schreibt eine legale Backdoor für die verschlüsselten Daten vor – eine Lösung, wogegen sich Apple und Co. in den USA noch erfolgreich stemmen können . Nach der neuen Richtlinie in Großbritannien darf kein Anbieter eine End-zu-End-Verschlüsselung den Kunden anbieten, solange er sich auf Anfrage der Behörden keinen Zugang zu den Daten verschaffen kann. Dies setzt zumindest die neueren iPhones außer Gesetz im Land, denn Apple verschlüsselt seit iOS 8 die Daten auf den iPhones und iPads in einer Art und Weise, dass es selber nicht entschlüsseln kann, sprich, das Unternehmen behält keinen Crypto-Schlüssel zu der Kommunikation zwischen den zwei iMessage-Nutzern, nur die beiden können die Nachrichten empfangen und lesen.

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