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GCHQ plant angeblich Rufmord im Internet

26.02.2014 | 11:48 Uhr |

Neue Snowden-Enthüllungen: Der britische Geheimdienst GCHQ soll über gezielte Rufmord-Kampagnen im Internet nachdenken. Auch gegen Hacktivisten.

Sofern die Unterlagen echt sind und die Enthüllungen der Wahrheit entsprechen, denkt der britische Geheimdienst GCHQ, der mit dem US-Geheimdienst NSA bei der Überwachung des Internets gemeinsame Sache macht, über gezielte Rufmord und Rufschädigungs-Kampagnen im Internet nach. Das berichtet „The Intercept“ . The Intercept ist eine investigative Enthüllungs-Plattform, an der unter anderem Glenn Greenwald mitarbeitet und die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, Edward Snowdens Informationen weiterzugeben. Greenwald ist der Journalist, der den Überwachungs-Skandal der USA - Stichwort: Prism - in der britischen Zeitung "The Guardian" enthüllt hat. Dabei hat er sich auf das Material des Whistleblowsers Edward Snowden gestützt. Seit damals veröffentlicht Greenwald immer wieder neue Details über das Treiben des US- und des britischen Geheimdienstes.

Der britische Geheimdienst, genauer gesagt eine Arbeitsgruppe namens Joint Threat Research and Intelligence Group (JTRIG), soll sich damit beschäftigen, wie man unter anderem durch gezielte Internet-Maßnahmen den Ruf von Menschen beschädigt oder sogar zerstört. Dabei denkt die JTRIG zum Beispiel daran, Fotos von den Zielpersonen im Internet zu ändern oder gefälschte Mails beziehungsweise Kurznachrichten an deren Kollegen, Nachbarn und Freunde zu verschicken. Ebenfalls im Repertoire der Schlapphütte: Sich als Opfer auszugeben und einen Weblog zu führen, in dem man sich über die angeblich fiesen Maßnahmen der Zielperson beklagt. Außerdem sehen die Geheimdienstler das Posten von negativen Informationen in Internetforen als geeignete Maßnahme an, um der Zielperson zu schaden.

Bei den Zielpersonen müsse es sich aber keineswegs um fremde Staatsmänner oder Anführer feindlicher Staaten handeln. Sondern auch politisch engagierte aber als unangenehm empfundene Hacktivisten könnten ins Visier geraten. "The Intercept" weiß allerdings nicht, ob die obigen Planspiele bereits umgesetzt wurden.

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