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Browser Watch: Internet Explorer 5 bekommt Konkurrenz

30.03.2000 | 00:00 Uhr |

Nachdem Microsoft im vergangen Jahr mit seinem Web-Browser Internet Explorer 4.5 im Mac-Bereich immer mehr Anwender gewinnen konnte, wurde es etwas ruhig um Netscape und andere Browser-Anbieter. Mittlerweile hat Microsoft nochmals nachgelegt und erntet mit dem neuen Internet Explorer 5 positive Kritiken. Der neue Browser zeigt nach Ansicht der Vereinigung "The Web Standard Project" die bisher beste Implementation der Standards HTML 4 und CSS-1.

Lob für den Internet Explorer

Laut Jeffrey Zeldman, führendes Mitglied des "Web Standard Projects", bietet Internet Explorer 5 die höchste Kompatibilität nicht nur in "synthetischen" Tests, sondern auch im alltäglichen Einsatz: "Der Browser", so Zeldman gegenüber Macwelt, "wurde über Monate hinweg getestet, auf echten Sites, über das ganze Web. Von Beta-Anwendern und Experten im CSS- und HTML-Bereich. In dieser Umgebung zeigt der IE5/Mac den höchsten Grad an Kompatiblität unter allen Browsern, auf allen Plattformen."

Besonders gelungen ist nach Ansicht von Jeffrey Zeldman die "DOCTYPE-sensitive Rendering"-Funktion, die kein anderer Browser bietet. Internet Explorer 5 nutzt dabei die in Web-Seiten vorhandenen Angaben des Dokumententyps. Diese Informationen verwenden Web-Browser, um die Inhalte korrekt darzustellen. Typische DOCTYPES sind etwa "HTML 4 Strict", "HTML 4 Transitional" oder "XML". Der Microsoft-Browser rendert eine Web-Seite entsprechend dieser Angabe. Der positive Effekt für Web-Designer: Sie können sicher sein, dass die Darstellung ihrer Seiten, entsprechend des gewählten Standards, korrekt ist. Darüber hinaus wird es für Web-Designer einfacher, Seiten zu erstellen, die auch ältere Web-Browser richtig rendern.

Neues von Netscape und Co

Dass die Konkurrenz nicht schläft, zeigen Netscapes, Operas und iCabs Anstrengungen im Mac-Bereich. Alle drei Hersteller planen neue Versionen, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen sollen. Während etwa Microsofts Web-Browser über keine XML- und DOM-Implementation verfügt, wollen die drei anderen Hersteller diese oder andere Funktionen integrieren.

Netscapes Communicator 6, der in einigen Wochen für das Mac-OS, Linux, Solaris und Windows erhältlich sein soll, enthält etwa eine Rendering-Engine (Codename "Gecko"), die HTML 4, CSS-1, XML, DOM, JavaScript und EcmaScript darstellen können soll. Sollte der Browser all diese Funktionen gut beherrschen, wäre er nach Ansicht von Jeffrey Zeldman "der erste vollständige standardisierte Web-Browser in der Web-Geschichte".

Auch iCab soll Funktionen bieten, die Microsoft bisher nicht unterstützt. So will die deutsche Browser-Schmiede um Alexander Clauss und Oliver Joppich in der finalen Fassung von iCab unter anderem Cascading Style Sheets Level 2 (CSS-2) bieten. Der iCab-Browser war bisher ein Vorkämpfer im Bereich HTML-4-Standards. Besonders gelungen findet Zeldman die Funktion, dass iCab lächelt, sobald eine Seite kompatibel zu dem HTML-Standard ist. Seiner Meinung muss man jedoch die finale Fassung des Browsers abwarten, um die HTML-4-Fähigkeiten besser beurteilen zu können. "Erst in Verbindung mit Javascript und CSS-1", so der amerikanische Web-Experte, "sei der Browser eine ernsthafte Alternative".

Ebenso vielversprechend ist der Funktionsumfang des skandinavischen Opera-Browsers. Dieser Hersteller, will einen schlanken Browser im iCab-Stil anbieten, der ebenfalls HTML 4, CSS-1 und CSS-2 unterstützen soll. Im Gegensatz zu iCab und Internet Explorer soll Opera 4 darüber hinaus XML Documents, XML Namespaces und etwa CSS Extensions für beherrschen. Bleibt jedoch abzuwarten, wieviele dieser Funktionen der Hersteller in der finalen Version realisieren wird können.

Martin Stein

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