877450

Brüssel: Microsoft muss Kontrolle einschränken

18.04.2001 | 00:00 Uhr |

Der US-Softwareriese Microsoft muss auf Druck
Brüssels seine Kontrolle europäischer Kabelnetzbetreiber
einschränken. Auf die Wahl der jeweiligen Entschlüsselungstechnik
(Set-Top-Boxtechnik) dürfe das US-Unternehmen keinen besonderen
Einfluss mehr ausüben, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in
Brüssel nach einer Wettbewerbsuntersuchung mit. Die EU will die
Konkurrenz bei Entschlüsselungsgeräten für den Empfang des digitalen
Fernsehens der Zukunft erhalten.

Brüssel überprüfte die Beteiligungen von Microsoft an führenden
europäischen Breitband-Kabelbetreibern wie der niederländischen UPC,
der britischen NTL und der portugiesischen TV Cabo. In zwei Fällen -
UPC und NTL - gab es bindende Empfehlungen an die Kabelgesellschaften
für die technischen Standards. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft
den EU-Wettbewerbshütern bereits zugesagt, seinen Anteil an dem
britischen Kabelfernsehbetreiber Telewest in eine
Minderheitsbeteiligung umzuwandeln.

Microsoft ist seit längerem im Visier der Brüsseler
Wettbewerbsbehörde. Seit August 2000 ist der US-Konzern mit einem
förmlichen Wettbewerbsverfahren Brüssels konfrontiert. Microsoft wird
in dem bisher nicht abgeschlossenen Verfahren vorgeworfen, seine
marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen für Personalcomputer
auszunutzen.

Auch in Deutschland haben nationale Wettbewerbshüter die
Entwicklung beim digitalen Fernsehen unter die Lupe genommen. So gab
es Bedenken bei der von der Kirch-Gruppe und der Deutschen Telekom
geplanten Allianz für Internet und Kabelfernsehen. Die Kirch-Tochter
Beta Research hat mit ihrer so genannten d-box eine Schlüsselstellung
erlangt. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
877450