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Apple wegen verbilligten iTunes-Gutscheinen abgemahnt

03.08.2012 | 16:01 Uhr |

Mit einer Sonderaktion, bei der iTunes-Gutscheine im Wert von 25 Euro für 20 Euro zu kaufen waren, soll Apple gegen das deutsche Preisbindungsgesetz bei Büchern verstoßen haben. Und hat nach einem Bericht der "Welt" prompt eine Abmahnung kassiert.

Dass der Buchhandel den Rückgang beim Verkauf gedruckter Bücher mit Argusaugen verfolgt und Einbußen beim digitalen Geschäft befürchtet, kann man verstehen. Doch wie er seinen Markt zu schützen versucht, nimmt ungeahnte Formen an. So hat Apple nach einem Bericht der " Welt " eine Abmahnung erhalten, weil das Unternehmen über verschiedene Kaufhäuser vergünstigte iTunes-Geschenkkarten vertrieben hatte. Da man mit diesen Karten auch E-Books hatte kaufen können, sieht der Buchhandel das Preisbindungsgesetz verletzt. Es schreibt vor, dass der Handel Bücher nur zu den vom Verlag vorgegebenen Preisen verkaufen darf. Und hier fühlt sich der Buchhandel durch die Rabattaktion hintergangen.

Tatsächlich sind Gutscheinaktionen großer Händler und Versandhäuser meist mit einer Fußnote folgenden Inhalts versehen: "Aufgrund der in Deutschland gesetzlich bestimmten Buchpreisbindung kann der Gutschein auf alle Artikel - mit Ausnahme von preisgebundenen - eingelöst werden".

Hintergrund der Aktion ist die Sorge des Buchhandels, in der Schlacht um die digitalen Märkte unterzugehen. In den USA wurden nach einer aktuellen Studie des US-Verlegerverbands 2011 rund 15 Prozent aller Bücher digital verkauft. In Deutschland läuft das Geschäft nach Aussage des Börsenvereins des deutschen Buchhandels noch recht schleppend - 2011 hatten E-Books einen Anteil von gut 6 Prozent am Gesamtumsatz der Verlage. Doch das reicht, um sorgenvoll in die USA zu schielen, wo sich Amazon und Apple den digitalen Buchmarkt weitgehend aufteilen. Bevor Apple mit dem iPad auf den Markt kam, konnte Amazon rund 90 Prozent des Umsatzes mit digitalen Büchern bei sich verbuchen. Mit der Popularität des iPads sank der Anteil auf rund 50 Prozent, da viele Verlage das iPad als Kiosk für digitale Publikationen vorzogen. Dies führte im April dieses Jahres zu einer Kartellrechtsklage gegen Apple und eine Handvoll US-amerikanischer Großverlage wegen unerlaubter Preisabsprachen.

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