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Buchrezension: Der fotografische Blick

10.09.2007 | 11:21 Uhr |

Der international renommierte Fotograf und Buchautor Michael Friedman zeigt in seinem bei Markt und Technik erschienenen Buch ”Der fotografische Blick. Bildkomposition und Gestaltung“ Fotografen und fortgeschrittenen Bildkünstlern eindrucksvoll, worauf es beim Design unvergesslicher Fotos ankommt.

Der fotografische Blick
Vergrößern Der fotografische Blick

In sechs Hauptkapiteln über den Rahmen, die Design-Grundlagen, grafische und fotografische Elemente, Komposition mit Licht und Farbe, die Intention beim Fotografieren und den Entstehungsprozess einschließlich der Nachbearbeitung der digitalen Kunstwerke zeigt Friedman im zwanglosen, aber stets treffenden Plauderton des souveränen Experten, wie nicht nur Profis zu wirklich anschaulichen und aussagekräftigen Bildern kommen. Ob es um den rechten Rahmen oder den goldenen Schnitt bei der Bildkomposition geht, um Fragen des Kontrasts oder der Gestaltpsychologie, Motiv und Hintergrund, Formen und Farben – immer bietet Friedman auf 190 Seiten verständliche, einprägsame Erläuterungen und hilfreiche Tipps, die sich in der Praxis wirklich nutzen lassen, um den eigenen Fotos den besten Schliff zu verpassen. Nach der Lektüre des Buches weiß man endgültig, dass der eben mal geknipste Schnappschuss nicht immer der künstlerischen Weisheit letzter Schluss ist. Oft braucht es intensive Recherche und enorme Geduld, um den besten Zeitpunkt zu erwischen. Zum Glück ist es mit den heutigen Digitalkameras keine Frage von Kosten mehr, einfach mehrere Aufnahmen, auch in Serie, zu schießen, um den optimalen Bild- und Motiveindruck zu gewinnen. Freilich, wenn Friedman beschreibt, wie er im Auftrag großer Zeitschriften wie Time-Life oder GEO mehrfach in ferne Länder reiste, damit auch das Licht der Jahreszeit entsprechend passte, muss man hier als Hobby- oder auch ”kleinerer” Profifotograf wohl leider passen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Diese alte chinesische Weisheit gilt nicht nur für gelungene Fotos – Friedman beherzigt diese Einsicht ebenso zur Illustration seiner lehrreichen (aber nie vordergründig belehrenden) Einführungen in die höhere Kunst des Fotografierens. So bietet er neben Grafiken etwa zu den Farbtabellen oder zur Darstellung meist unbewusster Sehgewohnheiten jede Menge eindrucksvoller Fotos, darunter von einem Motiv auch solche, die zunächst nicht gelungen waren, um den Unterschied zu verdeutlichen. Allein diese üppige Bildergalerie von Landschaften, Gebäuden, Figuren und Porträts ist die Anschaffung des Buches wert und hat häufig selbst erläuternden Charakter.

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