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Buchrezension: Digitale Fotografie für Dummies

27.07.2004 | 11:30 Uhr |

Auch wer sich schon etwas auskennt, liest dieses fast 700-seitige Werk mit Gewinn.

Die aus dem Amerikanischen stammende Serie "... für Dummies" umfasst inzwischen auch in deutscher Übersetzung eine ganze Reihe von Titeln mit teils sehr anspruchsvollen Themen (etwa "MySQL" oder "Java-2"), übrigens nicht nur aus dem Computerbereich. Im Grunde sind es Einsteigerbücher zu den verschiedenen Bereichen, die beim Leser möglichst keine Fachkenntnisse voraussetzen und zudem recht günstig zu erwerben sind. So kostet unser vorliegender Band mit seinen knapp 700 Seiten inklusive einiger Farbfotos, zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen sowie sieben Karikaturen nur 30 Euro. Es ist in sieben Hauptthemen ("Bücher") mit zahlreichen Unterkapiteln gegliedert und möchte den Umgang mit digitaler Fotografie und ihrer Bearbeitung für Mac und PC verständlich darlegen.

Sieben Bücher auf einen Streich

Buch I gibt einen grundsätzlichen Überblick über die digitale Fotografie und zeigt, welche Ausrüstung von der Kamera bis hin zum Scanner dafür empfehlenswert ist. Doch auch ein erster Blick auf Bildbearbeitungsprogramme wird geworfen, wobei die weitaus meisten - nämlich außer Adobe Photoshop und Photoshop Elements 2 - nur für den PC erhältlich sind. Buch II berät, wie ein digitales Fotostudio einzurichten ist. In der Frage, welches Computersystem dabei zu bevorzugen sei, zeigt der Autor eine gewisse heimliche Präferenz für den Mac. Dennoch richten sich die meisten System relevanten Tipps in dem Buch an den PC-Besitzer, einfach weil davon auszugehen sei, dass die weitaus meisten Käufer des Werks PC-Besitzer sind.

Buch III trägt die wenig bescheidene Überschrift "Superbilder machen". Dabei geht es erfreulicherweise nicht nur um die Technik, sondern auch um Fragen, wie man ein Motiv anordnet, schiefe Linien verhindert, Makroaufnahmen vorbereitet, Menschen mit verschiedener Beleuchtungstechnik bis hin zum Porträtfoto aufnimmt und sogar, wie man seine Fotos an Printmedien los wird. Auch über die sehr anspruchsvolle Sport- und Aktionsfotografie erhält der Leser fundamentale Tipps.

Buch IV widmet sich jetzt sehr viel intensiver den Grundlagen der Bildbearbeitung. Werkzeuge und Vorgehensweisen zum Optimieren werden vorgestellt und die Frage beantwortet, welches "das richtige Bildbearbeitungsprogramm für Sie" wäre. Für Mac-Anwender bleibt in diesem Kapitel freilich keine Wahl, denn wie schon erwähnt gibt es von der hier vorgestellten Software lediglich die Photoshop-Anwendungen für beide Systeme. Erfreulicherweise widmet sich Buch V in sämtlichen Kapiteln ausschließlich diesen Adobe-Produkten. Abgesehen von den exklusiv Windows-geprägten Screenshots sind hier sämtliche Tipps und Hinweise mit den jeweiligen Mac-Versionen kompatibel. Dabei geht das Buch auf einige spezifische Details der Bildbearbeitung ein und stellt insbesondere die Werkzeuge wie auch die Unterschiede zwischen dem Profi-Programm und der "Hobby-Ausgabe" Photoshop Elements 2 vor.

Buch VI hat sich ganz dem Restaurieren alter Fotos verschrieben. Angefangen vom Einscannen der Papierabzüge, Dias oder Negative stellen die drei Kapitel effektive Wege dar, wie man mit verschiedenen Einstellungen und Filtern den nostalgischen Bildern neuen Glanz verleiht.
Das letzte Buch VII schließlich zeigt, wie man die eigenen Bildprodukte auf unterschiedlichen Druckertypen zu Papier bringt oder im Web veröffentlicht. Gerade das Kapitel über die Druckoptionen vernachlässigt die vielfältigen Möglichkeiten in Mac-OS X vollständig.

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