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Buchrezension: Fotografieren im Ministudio – Kleine Schätze ins rechte Licht rücken

11.12.2007 | 13:20 Uhr |

Ebay-Verkäufer und angehende Fotografen führt Reinhard Merz in die Grundlagen der Produktfotografie ein und zeigt, wie man unbelebte Gegenstände in ein vorteilhaftes Licht rückt.unbelebte Gegenstände in ein vorteilhaftes Licht rückt.

Produktfotografie ist das Fachgebiet von Werbefotografen und weit aufwendiger und teurer als mancher Fotografieeinsteiger glauben mag. Seitdem es Ebay und Webshops gibt, stehen aber auch Fotoamateure plötzlich vor der Aufgabe, den alten iPod oder das alte Powerbook vorteilhaft abzulichten. Verkauft sich doch ein Produkt besser, wenn das Produktfoto auf der Angebotsseite einen guten Eindruck macht. Nach Lektüre dieses Buches sollte der Leser in der Lage sein, auch mit einer preiswerten Digitalkamera vorzeigbare Produktbilder anzufertigen. Keine hundert Seiten benötigt Reinhard Merz, um in sachlicher und gut verständlicher Sprache in die Grundlagen der Produktfotografie einzuführen. Künstlerische Fotos oder Stillleben sind dabei nicht das Ziel, die Fotos folgen gängigen Standards und sollen potentielle Käufer eines Produkts überzeugen. Diese Ausrichtung ist angesichts der Zielgruppe aber auch angemessen.

In der ersten Hälfte des Buches erfährt man technisches Basiswissen wie den richtigen Umgang mit Licht und was man bei der Einstellung von Belichtung, Brennweite und Weißabgleich beachten sollte. Ein Hauptthema des Buches ist der richtige Aufbau eines eigenen kleinen Studios, kurz und knapp erklärt Merz die wichtigsten technischen Hilfsmittel und den Umgang mit bildgestalterischen Mitteln. Preiswerte Lösungen stehen dabei im Vordergrund, zielt das Buch doch vor allem auf Einsteiger, die einen teuren Fotografen sparen wollen. So gibt es viele Tipps für preiswerte Lösungen, etwa die Nutzung von Baulampen statt kostspieligen Fotolampen oder einige Empfehlungen für preiswerte Mini-Fotostudios.

Praxisorientiert ist der zweite Teil, in dem man die für das jeweilige Objekt geeigneten fotografischen Techniken einzusetzen lernt. Man erfährt viele praxisgerechte Tipps um Kleidung, Medien, Kunst, Lebensmittel oder andere Produkte in Szene zu setzen. Die Besonderheiten der wichtigsten Produktgattungen füllen fast die Hälfte des schmalen Lehrbuchs. Beim Verkauf von Plüschtieren rät der Autor etwa, diese auf den Fotos möglichst menschlich darzustellen (auch wenn man das persönlich blöd findet) durch künstliche Reflexionen kann man dafür sorgen, dass alte Geräte – etwa eine schwarze Analogkamera – interessanter wirken.

Das Schlusskapitel widmet sich dann noch den kreativen Aspekten der Produktfotografie und zeigt an einigen Beispielen, wie man sein neues Studio für fotografische Experimente nutzen kann.

Fazit

Ideal ist das Buch von Merz für den Betreiber eines kleinen Ebay- oder Webshops, der seine Produkte selbst fotografieren will. Es liefert aber auch dem interessierten Fotoamateur sinnvolle Tipps. Info: Reinhard Merz, Fotografieren im Ministudio – Kleine Schätze ins rechte Licht rücken (dpunkt.verlag), Heidelberg, ISBN-13 978-3-89864-468-6Preis: 24 Euro (D), 24,70 Euro (A), 42 sFr (CH)

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