Von Thomas Hartmann - 08.12.2006, 13:01

Buchrezension: "iWoz" (Steve Wozniak)

Apple-Legende Steve Wozniak informiert in seiner Autobiographie "iWoz" darüber, "Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete". Das gut lesbare Verzicht ist für Apple-Fans und solche, die es werden wollen, kaum verzichtbar.
Gemeinsam mit Gina Smith hat Steve Wozniak eine Autobiografie vorgelegt, die von seinen Kindheitstagen bis zum Erscheinen der ersten iPods reicht. Dabei hält der Erfinder des Apple I und II mit seiner Leistung und Bedeutung für die Computerwelt nicht hinter dem Berg. Schon als Kind habe er, unterstützt von seinem Vater, außergewöhnliche Leistungen als Nachwuchs-Ingenieur vollbracht, die er bis hin zu seinen Schulstreichen mit einem Fernseh-Störsender detailliert beschreibt. Die Art, wie er dabei mit großem Selbstbewusstsein von sich spricht, ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, obwohl an seinen Fähigkeiten und seiner Bedeutung als Computer-Pionier keinerlei Zweifel besteht.

Von Breakout zum Apple II

"iWoz" nennt er dabei mit feiner Ironie und Anspielung auf die jüngeren Apple-Produkte seine Autobiografie (und vielleicht auf die unautorisierte Biografie über Steve Jobs "iCon"). Der heutige Apple-Chef Steve Jobs, sein Wegbegleiter seit den Tagen des Homebrew Computer Clubs (1975-1977) im Silicon Valley, spielt in seinen Ausführungen immer wieder eine Rolle. Aber eine gewisse Zurückhaltung meint man doch beim Lesen zu verspüren. Sicherlich auch deswegen, weil Jobs seinen Freund in den Tagen, als Steve Wozniak das Spiel Breakout (1976) für den anderen Steve bei Atari programmiert hatte, finanziell übers Ohr gehauen hat. Bekanntlich unterschlug Jobs Steve Wozniak, der das Spiel im Grunde in vier Tagen mit innovativem Platz sparenden Desgin allein entwickelt hatte, einen beträchtlichen Geldbetrag dafür.
Spannend lesen sich die Seiten über die technische Entwicklung des Apple I und II. Bei den detaillierten Beschreibungen der Platinen, den Prozessoren und des verwendeten Arbeitsspeichers kommen auch Technik-Fans voll auf ihre Kosten. Dabei räumt Wozniak zugleich mit der Legende auf, der Apple I sei in einer Garage entstanden - in Wirklichkeit hat er die wichtigste Arbeit zu Hause bzw. bei seinem damaligen Arbeitgeber Hewlett Packard geleistet. Erst die Endfertigung, nachdem die Aufträge schon standen, fanden dann in der Garage der Familie von Steve Jobs statt. Solche Einzelheiten liest man gerne, und man wird als Leser damit zu Genüge versorgt.
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