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Bücher erscheinen weiterhin vorwiegend auf Papier

17.10.2000 | 00:00 Uhr |

Elektronische Trägermedien für Bücher
werden sich nach Darstellung von Kulturstaatsminister Michael Naumann
(SPD) «wesentlich langsamer entwickeln als erwartet».

Elektronische
Trägermedien wie CD-ROMs oder E-Books hätten in Deutschland zurzeit
einen Marktanteil am Buchhandelsumsatz von «höchstens zwei Prozent»,
sagte Naumann am Montag auf einem Kongress europäischer
Kulturpolitiker in Frankfurt. Vor fünf Jahren hätten Fachleute einen
Anteil von 20 Prozent vorausgesagt.

Naumann nannte es zudem eine «Gefahr», dass digitale Technik dazu
eingesetzt werden könne, «allgemein zugängliche Zentren der
Wissensvermittlung zu umgehen, Monopole zu bilden, Informationen nur
gegen Bezahlung weiterzugeben.» Diese Gefahr sei heute zwar noch
nicht akut, jedoch könne die wachsende Kommerzialisierung der
Verbreitung von Medienprodukten «irgendwann die Informationsfreiheit
gefährden oder einschränken und zu Klassengesellschaften der
Informierten, Sub- und Desinformierten führen».

Neben elektronischem Publizieren stehen während des zweitägigen
Kongresses am Montag und Dienstag unter anderem die Buchpolitik in
den osteuropäischen Ländern, Buchwirtschaft und europäische
Medienpolitik auf der Tagesordnung. Eingeladen hatten Naumann und der
Europarat. Am Dienstag wollen die Minister kurz vor der Eröffnung der
52. Frankfurter Buchmesse eine Schlusserklärung abgeben.
dpa

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