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Bündnis will verschärft gegen Abzocke und Spams im Netz vorgehen

15.03.2007 | 16:57 Uhr

Ein «Anti-Spam-Bündnis» will im Interesse der Verbraucher verschärft gegen unlautere Abzocke über Telefon und Lock-Mails im Internet vorgehen. Das Bündnis besteht aus dem Verbraucherzentrale Bundesverband, der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) und jetzt auch der Bundesnetzagentur.

Ziel des Bündnisses sei es, sich gegenseitig über Beschwerdefälle zu informieren, teilte die Netzagentur am Donnerstag in Bonn mit. Außerdem solle die gemeinsame Rechtsverfolgung - je nach Fall kann das Zivil-, Wettbewerbs- oder Verwaltungsrecht betroffen sein - verstärkt werden.

Bei Lockanrufen und Spams: Beschweren

Bei Spams und betrügerischen Lockanrufen raten Verbraucherschützer den betroffenen Verbrauchern zu Beschwerden bei einem der im «Anti-Spam- Bündnis» mitarbeitenden Stellen. Das betreffe auch so genannte Ping-Anrufe, bei denen nach einmaligem Klingeln wieder aufgelegt werde und der Angerufene im Display die Nummer finde. Wer dann die Nummer zurückrufe, werde etwa mit einer teuren 0137er- oder 0900er-Nummer verbunden. Bei einer Beschwerde über die anrufende Nummer könne die Netzagentur gegen solchen Missbrauch vorgehen. Für nicht gewünschte oder unverlangte Werbeanrufe von Unternehmen empfehle sich die Einschaltung der Verbraucherverbände. Solche Anrufe seien ebenso wie etwa Faxe oder Spam-Mails unzumutbare Belästigungen.

Verbraucher in Deutschland werden zunehmend von dubiosen Internet- Anbietern mit Geldforderungen überzogen. In den vergangenen vier Wochen seien bundesweit 22.000 Beschwerden bei den Verbraucherschützern eingegangen, schätzte die Verbraucherzentrale NRW am Donnerstag in Düsseldorf. Angeboten würden etwa Model- Castings, Intelligenz- Tests, Ahnenforschung, Hausaufgabendiensten oder Gratis-SMS. Hinter den vermeintlich kostenlosen Angeboten steckten teure Dienste oder Abonnements. Die Opfer sollten die Zahlung der Rechnungen verweigern und sich weder von Inkasso-Büros noch von Anwälten einschüchtern lassen, rieten Verbraucherschützer und Medienwächter.

«In den meisten Fällen ist kein wirksamer Vertrag zu Stande gekommen», erläuteren die Juristen der Verbraucherzentrale. So müssten Kunden schriftlich über ihr Widerrufsrecht belehrt werden. Binnen zwei Wochen kann der angebliche Vertragsabschluss rückgängig gemacht werden. (dpa/mst)

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