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Bullen gegen den Tiger

26.04.2005 | 14:59 Uhr |

Ausgesprochen empfindlich hat Jim Allchin, Microsofts Vice President, auf das Erscheinen von Tiger Ende der Woche reagiert.

Kein Wunder, kann Microsoft seinen Entwicklern auf der diese Woche stattfindenden Longhorn-Entwicklerkonferenz nicht mal eine Betaversion präsentieren.

Es ist ja auch gemein: Da basteln Entwicklungsabteilungen in Redmond und Cupertino gleichermaßen fieberhaft an einem wirklich neuen Update für ihr Betriebssystem und Microsoft kommt einfach nicht in die Pötte. Darüber, was ein solches Update bieten sollte, haben offenbar auch beide Entwicklungsabteilungen ähnliche Vorstellungen: Auf dem Plan stehen 64-Bit-Unterstützung, eine völlig neue Suchmaschine und kleine ständig aktualisierbare Anzeigen für alle Arten von Informationen etwa zu Uhrzeit, Wetter, Börsenkursen und vielem mehr. Dass zu einem solchen Update auch ein Browser mit RSS-Unterstützung zählt, darüber scheinen sich Cupertino und Redmond ebenfalls einig zu sein. Und nun muss die Windows-Entwicklergemeinde zusehen, wie Steve Jobs solch ein Update nicht nur vorstellt, sondern auch ab nächsten Freitag im Handel hat, während Longhorn frühestens Ende 2006 bei den Endkunden sein dürfte.

Apple profitiert von homogener Basis

Apple steht angesichts einer relativ kleinen und homogenen Anwenderschaft vor einer leichter zu lösenden Aufgabe als Microsoft, das nicht nur ein von zahlreichen Bugs und Sicherheitslücken geplagtes Betriebssystem weiterentwickeln muss, sondern auch ein viel vielfältigere Hardware-Basis unterstützen muss. Um den Zeitplan überhaupt noch zu schaffen, hat Microsoft darüber hinaus einige ursprünglich für Longhorn geplante neue Technologien wie das Dateisystem WinFS aus Longhorn herausgenommen. Allchin verspricht den Anwendern jedoch, einige der zunächst angekündigten Vorteile wie eine Dateiunabhängige Suche oder eine neue Icon-Technologie auf Umwegen doch noch in Longhorn zu integrieren. Die neue Icontechnologie soll Minituren produzieren, die dem tatsächlichen Aussehen der jeweiligen Dokumente entsprechen. Microsofts leitender Produktmanager Greg Sullivan beschreibt die Dateiverwaltung von Longhorn so"Mit Longhorn werden Anwender die Information auf ihrem Desktop auf eine neue Weise visualisieren und organisieren können, und zwar weit über die bisherigen Fähigkeiten von Suchmaschinen hinaus."

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