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Bundesnetzagentur: Schwache Internetzugänge

15.04.2013 | 09:13 Uhr |

Im Rahmen einer Netzkampagne der Bundesnetzagentur konnten Internetnutzer die Geschwindigkeit ihres eigenen Anschlusses messen.

Die erwartete und gefühlte Geschwindigkeit, mit der man sich im Internet bewegt, bleibt oft hinter der von dem Anbieter versprochenen zurück. Dass dies keineswegs auf Einbildung beruht, hat eine Messstudie der Bundesnetzagentur ergeben, wie unter anderem das Online-Portal Golem.de berichtet .

Insbesondere bei den noch recht neuen LTE-Anschlüssen ergaben sich enttäuschende Resultate. So habe man im Bereich von 2-8 MBit/s (Megabit pro Sekunde) nur bei einem Drittel der beteiligten User (33,1 Prozent) die volle Datenübertragungsrate messen können, im Bereich von 25-50 MBit/s sogar nur bei 1,6 Prozent. Bei den DSL-Anschlüssen ergaben sich im Bereich der untersten Bandbreitenklasse (unter 2 MBit/s und 2-8 MBit/s) noch die besten Ergebnisse. Hier konnten immerhin 80,1 respektive 42,5 Prozent die vom Anbieter versprochenen Übertragungsraten über initiative-netzqualitaet.de messen.

In den höheren Bandbreitenklassen fallen diese Zahlen noch weiter ab. Bei den Kabelanschlüssen haben sich demnach die besten Ergebnisse finden lassen. Im TV-Kabelnetz erreichten beispielsweise im Bereich von 50-100 MBit/s 70,5 Prozent die halbe und 36,3 Prozent die volle Übertragungsrate. Dabei setzen laut Angaben der Bundesnetzagentur fast 87 Prozent der bundesdeutschen Breitbandanschlüsse auf DSL, 13,2 Prozent auf Kabel und bislang nur ein Prozent auf LTE, diese Zahl sei allerdings im Rahmen des Tests höher (drei Prozent) gewesen.

Ferner verweist die Bundesnetzagentur darauf, dass Angaben in den Verträgen der Anbieter über die Netzgeschwindigkeit oft nur sehr vage sind, was die zugesicherte Verbindungsgeschwindigkeit im Internet betrifft. Auch beim Anbieterwechsel müssten die Kunden trotz neuer gesetzlicher Regelung weiterhin mit Problemen rechnen. Die Studie über die ”Dienstequalität von Breitbandzugängen” lässt sich im Internet als PDF herunterladen . Die Studie basiert laut dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, mit knapp einer Viertelmillion ausgewerteter Messungen auf einer recht umfangreichen Datenbasis.

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