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CCC gegen Attacken auf muslimische Internet-Seiten

14.09.2001 | 00:00 Uhr |

Der in Hamburg ansässige Chaos Computer Club ruft die Hacker-Gemeinde zur Besonnenheit in Sachen WTC-Attentat auf.

MÜNCHEN/Macwelt - Nach den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon in Washington gibt es im Internet vermehrt Attacken gegen die Kommunikationssysteme in islamischen Ländern. Zeitgleich wurde bekannt, dass in der Hackerszene ein Aufruf kursiert, Netze und Server der "Islamisten" lahmzulegen, dem anscheinend auch schon einige amerikanische Hacker gefolgt sind. "Wir beobachten seit kurzem verstärkte Attacken auf muslimische Internet-Seiten", sagte der deutsche Computersicherheitsexperte Christoph Fischer am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Auf der offiziellen Web-Seite der Taliban prangt zum Beispiel zur Zeit statt Propaganda ein Steckbrief des FBI von Ossama Bin Laden.

Dagegen sprach sich der Chaos Computer Club (CCC) in Hamburg ausdrücklich gegen solche Angriffe aus. Für eine Vereinigung wie den CCC sei es unvorstellbar, die Welt jetzt in gut und böse zu teilen und ausgerechnet Religion als Maßstab für eine solche Trennung zu nehmen. "Wir stehen hilflos vor der Macht der Zerstörung. Aber wir glauben an die Macht der Kommunikation, die sich letztendlich immer als positiver und stärker gezeigt hat als der Hass", sagte Jens Ohlig, Sprecher des CCC. Die gestern verfasste Erklärung steht im Einklang mit Worten, die Wau Holland, der vor kurzem verstorbene Alterspräsident des CCC, zu seinem Credo erhoben hatte: "Wir müssen die Rechte der Andersdenkenden selbst dann beachten, wenn sie Idioten oder schädlich sind. Wir müssen aufpassen." wm

Info: Chaos Computer Club

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