2192634

CERN veröffentlicht 300 TB Hadron-Collider-Daten

25.04.2016 | 10:39 Uhr |

Dagegen sind selbst die Panama-Papers nur ein kleiner Stapel: Das Experiment CMS am CERN hat Daten zur Auswertung zur Verfügung gestellt.

300 Terabyte an Daten – mehr als 100 mal so viel wie der Umfang der Panama Papers – hat das CERN-Experiment CMS (Compact Muon Solenoid ) zur freien Auswertung veröffentlicht. Die Daten stammen aus Experimenten des LHC (Large Hadron Colliders), in dem Protonen und schwerere Ionen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen. Gesucht werden in den Datensätzen keine Steuerhinterzieher oder Terrrorfinanciers, sondern Spuren von bisher unbekannten Elementarteilchen, die sich erst bei den hohen Energien – im konkreten Fall bei 7 TeV ( Teraelektrononenvolt, die Energie, die ein Elektron erhält, wird es von einer Spannung von 7 Teravol beschleunigt, Anm. d. Red. ) – manifestieren und durch ihre Zerfälle und Zerfallsprodukte verraten. In den Daten sind rund 100 TB an direkten Kollisionsdaten enthalten, das entspricht 2,5 inversen Femtobarn – pro Femtobarn (10 -43 m 2 ) sind bei dem Experiment also 2,5 Kollisionen geschehen. Im November 2014 hatte das CM bereits schon einmal 27 TB an Rohdaten veröffentlicht – quasi zehnmal die Panama Papers.

Nicht nur Wissenschaftler, die Zugang zu großer Rechenleistung haben, können nun die quelloffen zur Verfügung gestellten Rohdaten auswerten, das CMS stellt ebenso "derived datasets" zur Verfügung, die sich auch von Studenten, Diplomanden  und Doktoranden mit weniger Rechenleistung auswerten lassen. Das CMS stellt zudem Simulationen der Protonkollisionen zur Verfügung, die aus der zur Auswertung benutzten Software stammen sowie diverse Tools und Anleitungen. 

Die bisher spektakulärste Entdeckung der Experimente am LHC war der Nachweis des 50 Jahre zuvor in der Theorie beschriebenen Higgs-Bosons, auch das war am Detektor CMS gelungen. Das "goddamn particle" hat ausweislich der Daten eine Masse (respektive Ruheenergie) zwischen 125 und 127 GeV. Bei noch höheren Energien hoffen die Kernphysiker auf weitere Erkenntnisse über die Bestandteile der Materie und die Kräfte, die sie zusammenhalten.

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2192634