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CES-Trend: Das Auto als mobiles Wohnzimmer

10.01.2008 | 10:24 Uhr

Ob Bildschirm in der Kopfstütze, Schnittstelle zum iPod oder sprachgesteuertes Navigationsgerät - die Elektronik hat längst ins Auto-Cockpit Einzug gehalten.

Autoelektronik auf der CES 2008
Vergrößern Autoelektronik auf der CES 2008

Das spiegelt sich auch auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wider: Erstmals steht eine ganze Halle für Hersteller und Zulieferer zur Verfügung. Und mit Rick Wagoner von General Motors durfte am Dienstag der Chef eines Autounternehmens eine der vielbeachteten Grundsatzreden (Keynotes) halten - auch das eine Premiere.

Der Autoelektronik widmet die CES 2008 erstmals eine eigene Halle.
Vergrößern Der Autoelektronik widmet die CES 2008 erstmals eine eigene Halle.

Den Trend zum rollenden Wohnzimmer mit allerlei Elektrogeräten sieht Messesprecherin Jenny Paretti als natürliche Entwicklung: "Die Konsumenten haben durchschnittlich 25 Geräte zu Hause." Und viele von ihnen wollten sie auch mitnehmen, wenn sie im Auto unterwegs seien. In Las Vegas zeigen die Hersteller dementsprechend zahlreiche Systeme, die Fernsehen, Video und Musik ins Cockpit bringen - beispielsweise durch Schnittstellen zu mobilen Musikgeräten. Mit der Verbreitung von schnellen Funk-Verbindungen werden diese Systeme künftig auch direkt zum Internet Verbindung aufnehmen und etwa Musik herunterladen.

Bereits vor einem Jahr hatten die US-Firmen Ford und Microsoft ein sprachgesteuertes System namens "Sync" vorgestellt, mit dem der Fahrer unterwegs Handy und Media Player bedienen kann. Der Autobauer aus Detroit erklärte nun auf der CES, der Absatz von Fahrzeugen mit Sync wachse doppelt so schnell wie die die Verkäufe von Autos ohne die Technik.

Die Vision von GM-Chef Wagoner geht jedoch weit darüber hinaus. In seiner Rede sagte er, der Fortschritt der Digitaltechnologie werde die Autowelt "transformieren" - bis hin zu einem Auto, das selbstständig steuere: "Eines Tages kann man seine Mails beantworten, frühstücken, sich schminken und dabei ein Video ansehen, während man zur Arbeit fährt."

"Es ist eine Möglichkeit für die Autohersteller, eine andere Klientel anzusprechen", kommentiert der Analyst Michael Gartenberg von Jupiter Research die Vermarktung von Unterhaltungselektronik fürs Auto. Viele Fahrer interessierten sich dafür, wie sie ihr Handy ins Auto integrieren können. (dpa/tc)

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