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Canon EOS 20D: Neue DSLR-Mittelklasse

23.08.2004 | 11:23 Uhr |

Die betagte DSLR-Kamera EOS 10D von Canon hat nun mit der EOS 20D eine Nachfolgerin bekommen. Ab Mitte September bekommt man sie für 1600 Euro. Darüber hinaus gibt es noch eine Kit-Option mit dem von der 300D bekannten Objektiv EF-S 18-55 für 1700 Euro.

Neben der erhöhten Auflösung kann sich die Zielgruppe der semiprofessionellen Anwender vor allem über eine verbesserte Serienbildfunktion freuen. Fünf Bilder schafft das neue Modell pro Sekunde dank vierkanaligem Auslesen der Daten vom CMOS-Sensor, 23 Bilder in Folge sind möglich. Mit 0,2 Sekunden ist die EOS 20D sofort nach dem Einschalten "schussbereit". Über zwei Sekunden dauerte es bei der EOS 10D. Ebenfalls schneller als beim Vorgänger soll der Autofokus arbeiten, dessen Abtastfläche Canon durch ein 9-Punkt-System statt dem 5-Punkt-System der EOS 10D erweitert hat. Die Messpunkte liegen im goldenen Schnitt und lassen sich auch einzeln ansteuern. Die Auslöseverzögerung gibt Canon mit 65 Millisekunden an. Auch bei der Übertragungsschnittstelle setzt man bei Canon nun auf Geschwindigkeit. Erstmals verbaut der japanische Kamerahersteller einen USB 2.0 Anschluss in eine digitale Spiegelreflexkamera. Der Digic-II-Prozessor, der auch in der EOS 1D Mark II verbaut ist, sorgt maßgeblich für die flotte Arbeitsgeschwindigkeit.

Verbesserungen

Neben den Empfindlichkeiten zwischen ISO 100 bis 1600 kann man die Kamera in der "H"-Einstellung manuell auf ISO 3200 einstellen. Bei gleichen Maßen wie der 5-MP-Sensor der EOS 10D bietet der neuen CMOS-Sensor der EOS 20D eine um 30 Prozent höhere Auflösung. Dabei soll trotz kleinerer Fläche der einzelnen Fotodioden das Rauschverhalten besser und die Lichtempfindlichkeit höher als bei der EOS 10D sein. Laut Canon sorgen dafür vor allem verbesserte Mikrolinsen, die das Licht besser bündeln und auf die einzelnen Fotodioden leiten. Auch sollen ein verbesserter Schaltkreis des Sensors sowie eine dreischichtiger optischer Tiefpassfilter für ein besseres Rauschverhalten sorgen.

Außer dem neuen Gehäuse, das nun 13 Prozent leichter und etwas kleiner als der Boddy der EOS 10D ist, hat Canon auch Details verbessert. So kann man nun mit Hilfe eines Jog-Dial-Schalters flott durch die Funktionen der Kamera navigieren. Auch den Weißpunkt kann man nun komfortabler einstellen. Über das erwähnte Jog-Dial kann man den Weißpunkt in einem Extra-Menü in Richtung Rot-Grün oder Blau-Gelb verschieben.

Als kleines Extra bietet die neue Kamera eine Schwarzweiß-Option an, die es erlaubt Graustufenbilder zu machen und dabei sogar die Filtereffekte der analogen Fotografie zu simulieren. Die Fotos werden als RGB-Dateien abgespeichert, so dass mehr Bildinformationen als lediglich 256 Grauabstufungen erhalten bleiben. Neben dieser eher für den Hobbyeinsatz ausgelegten Option gibt es Verbesserungen für den RAW-Workflow. Die mitgelieferte Software Digital Photo Professional 1.1 verarbeitet die Kamerarohdaten sechs Mal schneller als das bisher eingesetzte Programm Fileviewer Utility.

Blitzprofi

Wie bei Canons Flaggschiff, der EOS 1D Mark II, bietet die EOS 20D nun das E-TTL-II-Blitzsystem. Für die Berechnung der Blitzleistung bezieht dieses System zusätzliche Faktoren wie bei passenden Objektiven die Entfernungseinstellung mit ein und erkennt mit einem Vorblitz reflektierende Objekte. Alle Blitzgeräte der EX-Serie lassen sich mit der EOS 20D nutzen. Passend dazu kommt das neue 500 Euro teure Topmodell Speedlite 580Ex auf den Markt.

Zwei Neue Objektive

Auch die 20D kommt mit einem 1,6fachen Verlängerungsfaktor der Brennweite im Vergleich zu 35-mm-Kleinbild (Crop-Faktor). Damit müssen die bekannten Brennweiten der klassischen analogen Fotografie multipliziert werden, um die Brennweite des verkleinerten Bildbereich des CMOS-Sensors zu erhalten. Diese misst die Größe 22,5 x 15 mm (APS-C-Format). Ein Vorteil ist dies wegen der verlängerten Brennweite für Natur- und Sportfotografen, ein Nachteil für Weitwinkelfreunde. Für letztere bringt Canon zwei für diesen Crop-Faktor gerechnete Objektive auf den Markt. Diese EF-S-Objektive passten bisher nur für die Canon EOS 300D, nun auch für die EOS 20D. Einen besseren Weitwinkel bei vergleichsweise günstigen Herstellungskosten erreichen diese Objektive, da das hintere Linsenelement mehr ins Kamerainnere ragt. Das "S" steht bei dem EF-S-Bajonett deshalb auch für "short back focus". Da der Spiegel beim Hochklappen am Objektiv schrammt, passen sie nicht an die EOS 10D und an die Profikameras EOS 1D und EOS 1D Mark II.

Mit einer Brennweite von 27 bis 136 mm äquivalent zu Kleinbild dient das 730 Euro teure EF-S 4-5,6/17-85 IS USM als Allround-Zoomobjektiv. Es bietet darüber hinaus einen optischen Bildstabilisator.

Wer mit einem größeren Weitwinkel fotografieren möchte, für den gibt es ab November das 900 Euro teure EF-S 3,5-4,5/10-22 USM. Dieses Objektiv bietet einen Brennweitenbereich von 16 bis 35 mm äquivalent Kleinbild.

Beide Objektive unterstützen die Entfernungsmessung des neuen Blitzsystems E-TTL II, das die EOS 20D bietet.

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