Von Thomas Weiss - 29.05.2007, 15:22

Canon muss vielversprechende Display-Technik verschieben

Auf der CeBit präsentierten mehrere Hersteller noch stolz ihre Prototypen, jetzt räumt Canon Probleme ein und verschiebt die Markteinführung: Die neue Bildschirmtechnik SED sollte noch in diesem Jahr Einzug in neue Flachbildfernseher halten, auf einmal aber steht der Startzeitpunkt bis auf weiteres in den Sternen.
SED steht für "Surface Conduction Electron Emitter Display": Ursprünglich hat Canon die Flachbild-Technik gemeinsam mit Toshiba entwickelt, im Januar aber stieg Toshiba aus dem Joint Venture aus und verkaufte seine Beteiligung an Canon. SED kombiniert Technik, die aktuelle Röhrenbildschirme benutzen, mit Technik aus LED-Displays und will die Vorteile beider Funktionsweisen kombinieren. Wie in Kathodenstrahlröhren (CRT) bringen Elektronen-Emitter Phosphorpartikel zum Leuchten. Allerdings steht in SED-Displays für jedes Subpixel, jede Farbe eine Bildpunktes, ein eigener Emitter zur Verfügung.  

Technische Vorteile

Die Vorteile dieser Technik sind laut den Erfindern beträchtlich. SED-Displays sollen bei geringerem Stromverbrauch heller sein, Prototypen erreichen bereits eine Helligkeit von fünf Lumen pro aufgenommenem Watt Leistung. Zum Vergleich: Aktuelle Plasmabildschirme kommen auf bis zu zwei Lumen pro Watt, LC-Displays dank Hintergrundbeleuchtung auf ungefähr vier Lumen. Auch der Kontrast soll höher sein: Der Helligkeitsunterschied zwischen Weiß und Schwarz kann bis zu 100.000 zu 1 betragen, unter anderem, weil keine Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz kommt. Aktuelle Plasma-Fernseher können ein Verhältnis von 10.000 zu 1 erreichen. Und schließlich verspricht Canon eine Reaktionszeit von rund einer Millisekunde, besonders im Vergleich zu LCD-Monitoren ist das eine deutliche Verbesserung.  

Startschuss: ungewiss

Kritiker werfen den SED-Displays allerdings vor, dass sie sich nur für eine festgelegte Auflösung eignen und im Gegensatz zu CRT-Monitoren anfällig für Pixelfehler sind. Vor allem aber verlangen sie völlig neue Fertigungstechniken und sollen deshalb im Preis auch dauerhaft über aktuellen LC-Displays liegen. Die Herstellungskosten gibt auch Canon als Grund für die verschobene Markteinführung an, sie seien im Moment noch zu hoch. Außerdem, so der Hersteller, verzögerten rechtliche Schwierigkeiten den pünktlichen Start. Keine Aussagen mehr macht der Hersteller dazu, wann erste SE-Displays nun auf den Markt kommen sollen. Bild: Canon
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