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Datenanalyse: Carrier IQ erklärt sich

15.12.2011 | 11:38 Uhr |

Mit einem Dokument und einem Interview will der Anbieter der umstrittenen Analysesoftware "Carrier IQ" für Transparenz sorgen und vermeintliche Missverständnisse aufklären.

Carrier IQ
Vergrößern Carrier IQ

Das Unternehmen Carrier IQ , das Handyherstellern und Mobilfunkprovidern Nutzungsdaten der Anwender übermittelt, versucht mit einem Interview und einem öffentlichen Dokument, für etwas Transparenz zu sorgen. Im Gespräch mit All Things D erklären der CEO und der Marketingchef, welche Daten Carrier IQ sammelt und welche nicht.

Fehler im Umgang mit Daten

Das Unternehmen muss Fehler eingestehen. So habe man tatsächlich versehentlich SMS-Nachrichten mitgeschnitten. Wenn der Nutzer eine Nachricht senden, während er telefoniert, habe die Software die SMS mitgelesen und an Carrier IQ übertragen. Diese Daten seien jedoch nie ausgelesen oder ausgewertet worden. Diese Fehler wolle man korrigieren. Ein weiteres Datenschutzproblem gibt es bei der Übertragung von Webadressen.

Unter iOS kann man Carrier IQ und weitere Analyse abschalten.
Vergrößern Unter iOS kann man Carrier IQ und weitere Analyse abschalten.

Carrier IQ liest diese mit. Dies ist problematisch, weil URLs auch Nutzerdaten und Passwörter enthalten können. Auch Diesem Problem wolle man sich widmen. Generell erklärt das Unternehmen, dass man kein Interesse an Inhalten habe, sondern nur an Nutzungsdaten. Die beiden Vertreter behaupten zudem, dass das Video, das das Verhalten der Software auf dem Handy zeigen soll, irreführend sei. Es handele sich dabei nicht um eine Log-Datei von Carrier IQ, sondern um ein Android-Logfile – offenbar im ausführlichen Debug-Modus. Die Daten von Carrier IQ sollten überhaupt nicht dort auftauchen. Die Schuld dafür schiebt das Unternehmen auf den Hersteller des Telefons.

Dokument für Transparenz

Zusätzlich hat Carrier IQ ein Dokument veröffentlicht, das die wichtigsten Fragen der Öffentlichkeit klären soll. Laut diesem geht es Carrier IQ im Kern darum, die Netzqualität zu messen und beispielsweise festzustellen, warum Gespräche abbrechen. Zudem werden die Daten bei der Kundenbetreuung eingesetzt. Ruft ein Nutzer den Support seines Anbieters an, kann dieser die Daten des Kunden einsehen und so nachvollziehen, was das Problem sein könnte.

Auch Apple hat Carrier IQ in der Vergangenheit eingesetzt, aktuell seien jedoch nur noch Fragmente der Software in iOS enthalten. Die Datenübertragung der Daten ist nur dasnn aktiviert, wenn der Nutzer in iOS 5 aktiviert hat, dass Nutzungs- und Diagnosedaten übertragen werden dürfen.

Info: Understanding Carrier IQ Technology , Interview mit Carrier IQ

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