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CeBIT 2003 - ein voller Erfolg?

21.03.2003 | 13:51 Uhr |

Am Mittwoch endete eine Woche CeBIT 2003. Weniger Aussteller, weniger Besucher und wenige echte Neuheiten für Mac-Anwender sind die ernüchternde Bilanz.

Acht Tage CeBIT ist vielen scheinbar zu lang. Deshalb wird die CeBIT im nächsten Jahr wieder auf die sonst übliche Dauer von sechs Tagen zurückgekürzt. Offenbar ist es auch vielen Ausstellern dadurch zu teuer geworden, überhaupt an der größten Computermesse der Welt teilzunehmen. Statt 7264 Ausstellern im letzten Jahr sind diesmal nur 6523 zugegen gewesen. Auch Besucher blieben der Messe fern: Von 674.000 ging die Zahl offiziell auf 560.000 Menschen zurück, so die Deutsche Messe AG. Der subjektive Eindruck mancher Aussteller belief sich aber auf noch weniger. Trotzdem ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz: "Klasse statt Masse" lautet die Devise, und soll sich darin begründen, dass bei vielen Entscheidern schon innerhalb der nächsten drei Monate Investitionen in Informationstechnologie anstünden. Somit hätten sich viele Besucher intensiv über neue Produkte informieren wollen.

Mobile Kommunikation


Das zentrale Thema der Messe war mobile Kommunikation. Schon im Vorfeld stritten sich Experten, Wirtschaftszeitungen und Technik-Freaks darüber, ob nun UMTS oder WLAN oder gar beide die drahtlose Übertragung von Rich Content bewerkstelligen werden. Erste Prototypen von UMTS-Handys waren zu bewundern und die Zukunftsvisionen in Sachen Unterhaltungselektronik: Philips vernetzte ein Wohnzimmer, Sony stellte sein Roomlink-Konzept vor und auch Prototypen von Samsung oder Panasonic deuteten in Richtung medialem Hightech bei Fernsehen, Filmen und Musik.

Apple abstinent, wenige Macs


Auch in diesem Jahr leistete sich Apple Abstinenz von der CeBIT. Gut ein Jahr nach der Einführung der neuen iMacs waren diese Rechner deutlich seltener auf den Ständen zu sehen - wenngleich die wenigen Exemplare zum stehenbleiben und hingucken animierten. Da erstmals auch die Beschränkung von Unterhaltungselektronik wegfiel, waren Playstation, Xbox und Co. kleine Besuchermagneten - im letzten Jahr lenkte Microsoft noch ein und unterband es Sony, seine Spielekonsole vorzuführen.

Plagiate und Neuheiten


Bemerkenswert waren andererseits die vielen Plagiate von Apple-Produkten: Sowohl das Design anderer Laptops mit weißen Tastaturen, Aluminium-Optiken und teilweise flachen, leichten Gehäusen sind uns ins Auge gefallen, andererseits aber auch das dreiste Übernehmen von Designelementen zum Beispiel bei sogenannten iTablets, einer Umsetzung von Microsofts Tablet PC, die verblüffend an ein iBook erinnern.
Doch auch die Vorstellung von Intels Centrinos und AMDs M-Prozessoren können für Apples Marketingstrategen eine besondere Rolle spielen: Bieten die neuen mobilen x86-Prozessoren einerseits WLAN und längere Batterielaufzeiten, brechen sie andererseits mit dem Megahertz-Mythos und erleichtern es somit Apple die eigenen, niedrigen Taktraten der PowerPC-Prozessoren zu rechtfertigen. Wir werden sehen, was Apple noch in diesem Jahr zu bieten hat, um sein "Jahr des Notebooks" zu feiern. Einfach wird es indes nicht sein, die Nasenlänge vor der Konkurrenz zu bleiben.
Christian Rüb

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