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Cebit 2003: Warten auf Impulse

11.03.2003 | 15:28 Uhr |

Wenn Gerhard Schröder heute abend die Cebit eröffnet, wird er eine positive Stimmung und den nötigen Impuls fürs laufende Jahr herauf beschwören. Die Zahlen sprechen indes dagegen.

Und wieder einmal erhofft sich die IT- und TK-Branche von der Cebit Impulse für das übrige Jahr. Bundeskanzler Schröder wird dies heute abend bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse in Hannover herauf beschwören. Doch deuten sowohl Ausstellerzahlen als auch die Marktprognosen erst im nächsten Jahr auf Erholung hin.

Zwar dauert die Cebit 2003 einen Tag länger als im vergangenen Jahr - zwei Tage länger im übrigen als die Jahre davor - doch ist die Zahl der Aussteller von knapp 7300 auf rund 6500 gesunken. Die Ausstellungsfläche hat sich von knapp 400.000 auf rund 350.000 Quadratmeter verkleinert. Schuld sind neben des krisengeplagten IT-Marktes sicherlich auch die hohen Standmieten. Im nächsten Jahr möchte der Veranstalter Deutsche Messe AG deshalb die Cebit wieder um zwei Tage kürzen und es auch kleineren Ausstellern erschwinglicher machen, auf dem Gelände auszustellen.

Gedämpfte Erwartung


Allerdings sind die Erwartungen der Branche an die Leitmesse gedämpft. In diesem Jahr geht der deutsche Branchenverband BITKOM von einem kaum spürbaren Umsatzplus aus. Schon 2002 hatte die erfolgsverwöhnte Industrie anders als erwartet den Rückwärtsgang eingelegt. Spätestens 2004 geht es wieder nach oben", prophezeite der BITKOM-Vizepräsident Willi Berchtold vor dem Cebit-Start. "Aber auch da gehen wir eher von einem bescheidenen einstelligen Wachstum aus." Gleichwohl sei die Cebit "immer ein einzigartiger Impulsgeber für Innovationen und Investitionen".

Schlechte Marktprognosen


Ebenfalls für schlechte Stimmung auf der Cebit sorgen sicherlich die schlechten Prognosen des Marktforschungsinstituts Gartner. Laut deren Ergebnissen planen europäische Unternehmen einen geringen Anstieg ihrer IT-Budgets für 2003 und peilen auch für 2004 kein wesentliches Wachstum an. Außerdem hingen die IT-Ausgaben stark von der allgemeinen Lage der Weltwirtschaft und der geopolitischen Situation ab, geht aus dem heute veröffentlichten Papier hervor.

Abstinenz vieler Aussteller


Dass dies und die schlechte Stimmung vor der Cebit ebenfalls einige Aussteller verschreckten kann man sich leicht zusammen zählen. Fast verwundert es schon nicht, dass Adobe seine Teilnahme kurzfristig abgesagt hatte - selbst das Lamentieren über Apples abermalige Abstinenz von der größten Computermesse der Welt bleibt diesmal aus.
Bleibt also abzuwarten, was gerade Mac-Anwendern auf der Messe dennoch geboten wird, wir werden in den nächsten Tagen unter www.macwelt.de/_cebit2003 über Neuheiten und neue Trends berichten. chr

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