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Cebit - Apples Spirit unter den Ausstellern

27.03.2002 | 16:45 Uhr |

Wie jedes Jahr war Apple auch in diesem Jahr nicht auf der Cebit vertreten. Dennoch wurden etliche Aussteller mit Hardware ausgestattet und präsentierten die neuesten Produkte. So konnte die kalifornische Computerfirma zumindest einen indirekten Erfolg verbuchen.

Über die fehlende Apple-Präsenz stimmt die Mac-Gemeinde jedes Jahr den Chor zum gemeinsamen Lamento ein; auch bei den Ausstellern stösst diese Firmenpolitik nicht unbedingt auf volles Verständnis. "Neben vielen Mac-Kunden sind wir natürlich unglücklich darüber gewesen, dass es keinen eigenen Apple-Stand auf der Cebit gegeben hat", erklärt Uwe Falck, Leiter Vertrieb und Marketing der Ragtime Software GmbH. Andererseits sei es eine tolle Sache gewesen, dass Apple Deutschland die Aussteller Mac-relevanter Produkte so kräftig mit Hardware ausgestattet hätte. Dadurch sei es erst möglich gewesen, neben den aktuellen Power Macs auch den iMac als Eyecatcher zu nutzen. Viele seien von seinem ungewöhnlichen Design einfach überrascht gewesen, so Falck weiter. Gar als "Frauen-affine Sache" konnte Johannes Borm, Markting-Leiter von Comline die Wirkung des neuen iMacs spezifizieren. Seiner Erfahrung nach seien es vor allem Frauen gewesen, die auf dem Comline-Stand das Design des neuen iMac bestaunten. Er ist sich sicher: "Der iMac ist ein echter Hammer". Dass aber auch die Funktionalität kräftige Argumente für den halbkugelförmigen Rechner bietet, hätten die DVD-Authoring-Vorträge gezeigt. Vor allem solche Anwender, die die Unterschiede zwischen PCs und Macs nicht als Glaubenskrieg ausfechten, seien vom iMac samt Betriebssystems positiv überrascht gewesen, so Borm.

Immerhin auf über 60 Ständen habe Apple zum Teil mit Promotoren bei seine Produkte vertreten, sagt Apple-Pressesprecher Georg Albrecht. Einer der grössten dieser Stände war der von Olympus Optical Co. GmbH. Auf zwei Etagen präsentierte der Kamera-Hersteller den "Workflow mit digitalen Kameras in all seinen Facetten von A bis Z", berichtet Hans Thiele, Brandmanager Olympus Europe. Er hätte zwar ebenfalls die rückläufigen Besucherzahlen gespürt, dafür aber hochgradig Interessierte ausgemacht, die im Erdgeschoss des Olympia-Standes über Digitalkameras informiert wurden und im ersten Stock zusammen mit Adobe die Weiterverarbeitung der Daten bis zum fertigen Endprodukt direkt an den iMacs ausprobieren konnten. Diese Zusammenarbeit sei äusserst erfolgreich gewesen, weshalb Olympus überlege, auch auf der Photokina in Köln mit diesem Konzept auszustellen.

Harald Baums, Geschäftsführer von Titan Commerce, die für die Vermarktung von Asante-Produkten in Deutschland zuständig sind, war ebenfalls über die "qualitativ hochwertigen Kontakte" auf der Messe sehr zufrieden gewesen, hätte sich aber "einen zentralen Anlaufpunkt für Apple-Anwender gewünscht". Für Mac-Anwender sei es seiner Meinung schade, dass sie über die Cebit "völlig versprengt" laufen müssten. Einen weiteren Anlaufpunkt konnte die Macwelt-Redaktion aber auf dem Stand von Inforegio Sachsen-Anhalt ausmachen. Auch dort entwickelte der iMac seine magische Anziehungskraft auf etliche Besucher. Ausserdem war dort Apple zumindest als Stand-in-Stand mit seinem mobilen Klassenzimmer vertreten. Zwar handelt es sich dabei eher um eine Erscheinung am Rande, dennoch entwickle sich dieses Konzept zum Erfolg, so Albrecht von Apple. Mittlerweile seien in Deutschland sogar zwanzig der Stationen verkauft, ohne dass Apple dafür eigene Werbekampagnen laufen lasse.

Wenn sich der iMac als echter "Hammer" auf der Cebit entwickelt hat, bleibt also nur zu fragen, warum sich etwa Symantec nicht zu einer eigenen Mac-Ecke durchringen konnte. Wo andererseits selbst auf dem riesigen Microsoft-Stand neben dem Powerbook G4 ebenfalls der iMac mit dem Office X zu begutachten war.

Christian Rüb

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