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Cebit: Kabellose Geräte liegen im Trend

20.02.2001 | 00:00 Uhr |

Der Computer macht vor keinem Lebensbereich mehr
Halt: Nicht nur das Notebook unter dem Arm, das Handy am Gürtel oder
der handliche Mini-Computer in der Jackentasche versprechen
allgegenwärtige Kommunikation - zu jeder Zeit an jedem Ort. Auch die
Waschmaschine, der Ohrring oder das Musikabspielgerät sind Teil der
sich immer stärker vernetzenden Welt. Hauptsache flexibel, kabellos,
vernetzt und vor allem mobil - so lautet einer der Haupttrends der
Computermesse CeBIT 2001.

Der Zugang zum Internet wird schon in diesem Jahr nicht mehr fast
ausschließlich über den PC erfolgen, ist der deutsche IBM-Chef Erwin
Staudt überzeigt. Mobile Zugänge über Handy oder Laptops würden den
Computer auf dem Schreibtisch ablösen. «Das Büro der Zukunft wird
überall stattfinden», sagt Werner Biesenberger, Leiter des Projekts
«Office 21» des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und
Organisation.

Nach dem PC, dem Mobiltelefon und dem Persönlichen Assistenten
(PDA) werden auf der diesjährigen CeBIT vor allem auch neue
Multifunktions-Geräte zu sehen sein. Beispiele dafür sind das bereits
im Markt eingeführte «Smartphone» von Ericsson und der neue
«Communicator», den Nokia in Hannover erstmals präsentieren wird.
Telefonieren ist bei den Geräten nur noch eine Funktion unter vielen.
Als Prototyp eines neuen Computers stellt die Industrie so genannte
«Table-PCs» vor. Die sehr flachen Geräte können neben den
herkömmlichen Aufgaben eines Desktop-Rechners auch
Handgeschriebenenes erkennen.

Ist der Verbraucher ständig unterwegs, soll er auch überall
einkaufen können. Nach dem elektronischen Handel setzt die Branche
jetzt auf M-Commerce - den Handel über mobile Endgeräte. Von
Bankgeschäften bis zur Hotelbuchung soll alles künftig auch unterwegs
zu erledigen sein. Vor allem in individuell zugeschnittenen
Informationen wie Navigationssysteme oder Nachrichtenangebote sieht
die Branche den Markt der Zukunft.

Nachdem die Verbraucher von der derzeitigen WAP-Technologie nur
wenig überzeugt werden konnten, setzt die Industrie jetzt auf den
Durchbruch des neuen Mobilfunkstandard GPRS. T-Mobil-Sprecher Philipp
Schindera gibt sich jedoch noch bedeckt. Die angespannte
Wettbewerbslage erlaube keine konkreten Produkt-Aussagen vor der
CeBIT. Nur so viel: Der Nutzer könne E-Mails und Nachrichtendienste
abrufen sowie Bewegungen der Aktienkurse verfolgen. «Wir werden
Anwendungen für Privat- und Geschäftskunden zeigen», sagt Schindera.
GPRS sei jedoch nur «der Wegbereiter» für den noch schnelleren
Mobilfunkstandard UMTS. «Mit GPRS können Sie den Trailer für einen
Film sehen. Bei UMTS wird es möglich sein, ganze Filme zu sehen»,
erläutert Schindera.

Wer online einkauft, soll auch gleich übers Handy bezahlen können.
Zur Messe startet Viag Interkom ein Pilotprojekt mit bis zu 1000
Kunden. Telefonnummer, SIM-Card und eine zusätzliche PIN sollen eine
sicherer Identifizierung gewährleisten.

Die Computerindustrie betritt in diesem Jahr aber auch ganz neues
Terrain. IBM wird in Hannover mit digitalem Schmuck Visionen
zukünftiger mobiler Endgeräte zeigen: Ohrringe fungieren als
Lautsprecher, eine Halskette als Mikrofon, und ein Ring dient als
Navigations-Werkzeug im Internet. In einem Gemeinschaftsprojekt mit
Miele präsentiert IBM, wie Waschmaschinen über Handy oder Telefon
gesteuert werden können. Ist die Waschmaschine kaputt, alarmiert eine
SMS den Reparaturservice.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und
neue Medien (BITKOM) macht der Branche Mut: Mit mobiler Kommunikation
würden zurzeit 42 Milliarden Mark umgesetzt. Für 2002 erwartet die
BITKOM einen Zuwachs um 26 Prozent auf 53 Milliarden Mark.
Deutschland sei mittlerweile größter Mobilmarkt Europas und Nummer
drei der Welt.
dpa

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