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Cebit: Teilen ist das neue Haben

05.03.2013 | 06:26 Uhr |

Dieses Jahr steht die Cebit unter dem Motto Shareconomy. So soll eine Kultur des Teilens im entstehen sein, deren Gundlage das Cloud Computing ist.

Die fetten Jahre der Hardware-Leistungsshow sind vorbei und damit auch die einstige Größe der Cebit : Der Massenansturm auf die Messe ist schon lange abgeklungen und musste man vor Jahren mehrere vollgestopfte Straßenbahnen ziehen lassen, gelangt man heutzutage entspannt auf die Messe. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder:  Dieses Jahr sind rund 4100 Aussteller vor Ort, im Vorjahr waren es noch rund 4250 Aussteller und zehn Jahre zuvor stolze 6500.

Virtuell statt greifbar

Doch die Quantität an Ausstellern sagt noch nicht all zu viel über deren Qualität aus. Und so findet man auch auf der diesjährigen Cebit Spannendes, aber eben nicht so Spektakuläres wie in früheren Jahren.

Denn die neuen spannenden Themen sind nicht noch schnellere Rechner und noch schickere Wasserkühlungen für Prozessoren. Die neuen Sensationen sind virtuell und so zeigen Aussteller immer weniger Hardware zum Anfassen, sondern Lösungen auf Schautafeln oder auf Hardware, die kein Staunen mehr auslöst, da man sie ohnehin schon kennt. Kein leichtes Brot also für die rund 500 Aussteller im Bereich Mobile Apps und Social IT.

Teilen statt besitzen

Geht es nach der Einschätzung der Cebit-Verantwortlichen, steht nichts geringeres als eine gesellschaftliche Umwälzung statt. Denn zunehmend soll sich vor allem die jüngere Generation von Besitzdenken verabschieden und das Teilen immer selbstverständlicher werden. Dies umfasst viele Bereiche, die heute selbstverständlich sind. So das Teilen von Wissen wie Kochrezepten und sonstige Informationen auf Social-Media-Plattformen im Internet. Neben dem Teilen und der Verknüpfung von Wissen ( Big Data ) wird man zukünftig wohl zunehmend für eine Nutzungsberechtigung als für einen Besitz zahlen. Ein starker Trend ist vor allem Carsharing und so hat Vodafone eine ganze Armada von Minis vor seiner Messehalle geparkt, die in Zusammenarbeit mit BMW das Carsharing-Modell M-Drive anbietet. Carsharing könnte den klassischen Autovermieter zunehmend verdrängen.

Aber auch als Apple-Anwender hat man sich schon daran gewöhnt. Man leiht Filme aus dem iTunes Store und auch bei den gekauften Filmen wie gekaufter Musik handelt es sich nicht um Besitz, sondern um unbegrenztes Nutzungsrecht. Adobe hat vor rund einem Jahr die Creative Cloud i ns Leben gerufen, auch hier besitzt man nicht die Creative Suite , sondern darf sie für einen bestimmten Zeitraum nutzen.

Das Social-Sharing geht noch weiter: Startups können schon heute ihre Projekte mit Croudfunding-Angeboten finanzieren, wie mit dem wohl bekanntesten Kickstarter . Dieses Angebot wird sicher noch Größer werden und denkbar ist auch, dass klassische Kredite bald nicht nur von Banken, sondern von einer sozialen Gemeinschaft finanziert werden, ähnlich wie Microstock-Kredite für Drittewelt-Länder beispielsweise von Kiva . Unternehmen können über Crowdsourcing profitieren. So würden nach einer Umfrage der Bitcom über die Hälfte der Konsumenten mithelfen, ein Produkt zu entwickeln beziehungsweise zu verbessern. Spannend wird auch das Crowdsourcing in Unternehmen. Laut einer Bitcom-Umfrage stimmen 63 Prozent der Aussage zu, dass insgesamt bessere Arbeitsergebnisse erzielt werden, wenn jeder seine Ideen und Informationen mit anderen teilt. Doch 42 Prozent von ihnen befürchten persönliche Nachteile, wenn sie ihr Wissen Preis geben.

Es wird spannend

Cloud-Dienste sind das Fahrwerk für dieses Shareconomy und Big Data, also dem Sammeln von Wissen. In den nächsten drei Jahren soll sich das Datenvolumen im Internet verzehnfachen.  Diese Prognose alleine zeigt, dass sich bei den Diensten viel bewegt und dies interessanter ist, als pure Hardware.

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