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Cebit geht mit neuen Rekorden zu Ende

02.03.2000 | 00:00 Uhr |

Die weltgrößte Computermesse Cebit hat erneut
alle Erwartungen übertroffen. Mit mehr als 750 000 Besuchern feierte
die High-Tech-Schau zum Schluss am Mittwoch nach sieben Messetagen
einen Rekord.

Die Deutsche Messe AG und der Branchendachverband
BITKOM und nicht zuletzt die Aussteller sprachen auch geschäftlich
einhellig von "der besten CeBIT aller Zeiten".

So reisen viele der 7 800 Aussteller mit vollen Auftragsbüchern
und besten Umsatzprognosen aus Hannover ab. Beim Fachkräftemangel
hoffen viele auf die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zur
Cebit-Eröffnung in Aussicht gestellte Visa-Einreiseregelung für
Spezialisten aus dem Ausland.

Der Verlauf der Cebit habe die anfangs schon hohen Erwartungen
noch einmal beflügelt, sagte Messe-Vorstand Hubert-H. Lange. 75
Prozent der Aussteller bewerten die wirtschaftliche Situation der
Branche weltweit als günstig bis sehr günstig. Die Zahl der Besucher
aus dem Ausland nahm um 13 Prozent auf 137 000 zu.

Die im Vergleich zum Vorjahr zusätzlichen 50 000 Besucher mehr
waren ausnahmslos Fachleute und Entscheidungsträger der Unternehmen.
Die Zahl der Privatbesucher ging dagegen auf rund 100 000 zurück.

Die Top-Themen der Cebit waren alles rund ums Internet, der
allmählich in Schwung kommende elektronische Geschäftsverkehr und das
Zusammenwachsen von Informations- und Sprachübermittlung zum Beispiel
in den WAP-Handys.

Der Handy-Hersteller Motorola machte nach eigenen Angaben
"außerordentlich gute Geschäfte". Bei IBM hieß es, die Besucher vor
allem aus den Chefetagen von Unternehmen seien professionell
vorbereitet gekommen. "Das mündet nun noch konkreter als bisher in
Geschäfte", sagte ein Sprecher.

Wohl jeder zweite CeBIT-Besucher schaute bei Microsoft und der
Deutschen Telekom vorbei. "Einen solchen Ansturm hatten wir noch
nicht. Es gab eigentlich keine ruhige Minute", sagte ein Telekom-
Sprecher. Beim Software-Riesen Microsoft, wo sich alles um Windows
2000 und den neuen Internet-Zugang drehte, hieß es: Erstmals hätten
auffällig viele auch hochrangige Besucher aus Ministerien und
Behörden den Weg zur CeBIT gefunden.

Aber auch Hersteller aus dem Bereich der klassischen
Unterhaltungselektronik machten auf der CeBIT ihr Geschäft. So
meldete Sony Deutschland schon vor Abschluss der Messe für Teile des
Sortiments auf der Cebit "ausverkauft". Bei den Notebooks erwartet
Sony in diesem Jahr, seinen Marktanteil in Deutschland auf zehn
Prozent zu verdoppeln.

Der Andrang zur Cebit hat erneut die Debatte über die Zukunft der
Messe eröffnet. Eine Teilung lehnen Messe AG und Aussteller ab. "Denn
die Technologien wachsen ja weiter zusammen", sagte Lange. Man werde
darüber beraten, ob die Messe möglicherweise um einen oder zwei Tage
verlängert werde. Im nächsten Jahr bleibt vom 22. bis 28. März jedoch
noch alles beim Alten.
dpa

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