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Cell-Workstation von Apple?

20.12.2004 | 17:14 Uhr |

Sony, IBM und Toshiba entwickeln einen Superchip. Werden sie sich mit Apple zusammentun?

Cell ist der neuartige massiv parallele Prozessor, der die Anfang 2006 kommende Playstation 3 antreiben soll. IBM und Sony bauen momentan an einer 2005 kommenden Workstation auf Cell-Basis, der anvisierte Markt für diese Workstation soll Game-Design und DCC (Digital Content Creation) sein. Die Cell wird soweit bisher bekannt ist PPC als Basis-Architektur haben und seine angeblich bis zu 1 Teraflops Rechenpower primär aus zusätzlichen Einheiten beziehen, die höchstwahrscheinlich per Altivec-Code (bei IBM VMX genannt) gefüttert werden.

IBM und Sony haben nun zwei Optionen. Entweder sie machen alles selbst, lassen Linux darauf laufen und warten, wer -ausser ihnen selbst - für ihre Plattform Software entwickelt oder sie tun sich mit Apple zusammen.
Letzteres ist rein logisch gesehen der sinnvollste Schritt, und es gibt sogar einige vage Hinweise, dass dies eventuell sogar geplant ist. Apple könnte natürlich nicht einfach so vom G5 auf die Cell umsteigen, aber eine Integration des nach Einführung der Playstation 3 sicher sehr günstigen Chips als Co-Prozessor wäre eine mehr als interessante Option.

Argument 1: PPC- und Altivec-Knowhow bei Apple

Apples Softwareentwickler kennen sich sowohl mit der PPC-Architektur als auch mit Altivec so gut aus wie kaum ein anderer Softwarehersteller. Obwohl Adobe (AfterFX, Photoshop), Avid (Symphony, Xpress), Media 100, Discreet (Combustion, Cleaner) oder Alias (Maya) auch teilweise gut angepasste DCC-Software für die Mac-Plattform machen können diese aus rein wirtschaftlichen Gründen wegen plattformübergreifender Entwicklung natürlich nie so massiv auf die Möglichkeiten der PPC-Plattform optimieren wie Apple das mit seinen Mac-only Produkten kann. Andere Softwarehersteller aus dem DCC-Markt, die ihre Produkte nur für Windows anbieten haben keinerlei Erfahrung mit PPC und Altivec.

Argument 2: Apple steht mit beiden Beinen fest im DCC-Markt.

Apple hat sich ganz klar den DCC-Markt als Zielgruppe ausgesucht. Viele Techniken in Mac-OS X wurden und werden primär für diesen Markt entwickelt und Apple hat ein ansehliches Softwareportfolio in diesem Bereich vorzuweisen. Shake, Final Cut Pro, DVD Studio Pro und Motion werden - wie Mac-OS X selbst - heute schon von einer Vielzahl von Kreativen im DCC-Bereich verwendet, eine etablierte User-Basis, die Sony und IBM sich - außerhalb der Playstation-Entwicklergemeinde - erst mühsam erarbeiten müssten besteht hier also schon.

Argument 3: Erweiterung ist einfacher als Neuentwicklung

Third-Party-Softwarehersteller müssten ihre Produkte nur um Cell-Unterstützung in den performancekritischen Teilen erweitern um die Rechenpower des Chips zu nutzen. Apple könnte hier APIs bereitstellen, die die Hersteller in ihre bestehenden Programme integrieren. Eine komplette Neuentwicklung für das den meisten Herstellern immer noch unbekannte Linux wäre nicht nötig.
IBM und Sony haben keine beziehungsweise sehr wenig Erfahrung bei der Entwicklung von DCC-Software. IBM hat hier gar nichts vorzuweisen und Sony liefert auch nur Entwicklungskits für die Playstation aus, Videoschnitt, 3D-Animation und andere DCC-Arbeiten bei der Spieleentwicklung werden mit Fremdhersteller-Programmen erledigt.

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