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Chatten verboten - Die iPhone-Tarife und das Kleingedruckte

12.08.2008 | 14:03 Uhr |

Kunden von T-Mobile dürfen nicht alle Internet-Funktionen nutzen. Chat-Programme wie AIM oder Skype funktionieren problemlos - sind aber verboten. Wir zeigen, was dahintersteckt.

Mit Voice over IP (VoIP) kann man viel Geld sparen. Gespräche laufen dabei über das Internet und sind billiger als über jedes Handy-Netz. Das funktioniert per WLAN problemlos, aber im Prinzip auch über UMTS.

VoIP ist jedoch für die Mobilfunkbetreiber ein rotes Tuch. Die Investitionen in UMTS waren sehr hoch, über Gebühren wollen die Netzbetreiber diese refinanzieren. Schlimmer noch: Internettelefonie könnten bei der Nutzung im Handynetz ein sehr hohes Datentransfervolumen verursachen, das die Auslastung des Mobilfunknetzes stark erhöht. Anbieter wie Sipgate oder Skype wirken deshalb für die Mobilfunkbetreiber wie eine echte Bedrohung. Es gibt deshalb keinen Mobilfunkanbieter, der diese Technologien in seinen Mobilfunkverträgen erlaubt. So untersagen neben T-Mobile auch E-Plus, Vodafone und O2 ihren Mobilfunk-Kunden, VoIP und Instant Messaging zu nutzen.

Allerdings halten sich viele Kunden einfach nicht daran, wie die hohe Verbreitung von Tools wie HipVoice, fring, SJphone oder der PocketPC-Version von Skype zeigt. Eine große Benutzergemeinde nutzt den Client fring, der neben VoIP auch Chatten ermöglicht und sogar auf iPhones mit der Firmware 1.1 läuft.

Streitfall VoIP

iPhone-Kunden von T-Mobile verstoßen mit VoIP oder Chatten im Handynetz gegen ihren Benutzervertrag - Instant Messaging und VoIP sind kein Bestandteil der bereitgestellten Dienste. Auf der Homepage von T-Mobile verspricht der Mobilfunkanbieter einen "Internetzugang mit Datenflatrate". Dies wird jedoch durch eine kleine Fußnote gleich wieder eingeschränkt: "Die Nutzung von VoIP, Instant Messaging und IPVPN ist nicht Gegenstand des Vertrages". Aus diesem Grund darf T-Mobile seine Tarife nicht mehr "freien Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate" nennen . Dies entschied das Landgericht Hamburg per Einstweiliger Verfügung auf Antrag von Sipgate. Nutzt man diese Dienste über ein WLAN, etwa das WLAN in einem Café, verstößt man unserer Einschätzung nach jedoch nicht gegen die Nutzungsbedingungen. Funktionieren Chat und VoIP aber auch über UMTS völlig problemlos, fällt der völlige Verzicht manchem Anwender wohl schwer. Besonders interessant sind diese Dienste für Nutzer einer MultiSIM. Kauft man sich für 30 Euro eine Zweitkarte zu seiner iPhone-Karte, darf man diese in sein UMTS-Handy oder einen UMTS-Stick stecken und als Modem für sein Macbook nutzen. Aber auch hier darf man laut Vertrag kein Skype verwenden und muss auf iChat komplett verzichten.

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