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China plant virtuelles Shopping-Universum

05.11.2007 | 10:37 Uhr

Nach dem Vorbild der virtuellen Welt Second Life arbeitet China nun an einem Projekt, das um ein Vielfaches größer ist und schwerwiegende Folgen für die westliche Wirtschaft haben könnte.

Nach dem Vorbild der virtuellen Welt Second Life arbeitet China nun an einem Projekt, das um ein Vielfaches größer ist und schwerwiegende Folgen für die westliche Wirtschaft haben könnte. Peking plant in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Unternehmen MindArk und privaten Investoren eine virtuelle Welt für mehr als 150 Mio. Avatare, von denen sieben Mio. zugleich online sein können, wie der Guardian berichtet. Das übertrifft Second Life, wo lediglich 50.000 Personen gleichzeitig online sein können, bei weitem.

Das Projekt wird sich in neun virtuelle Universen aufteilen. Dazu baut China im Beijing Cyber Recreation District auf einer Fläche von 100 Quadratkilometern die Infrastruktur, die benötigt wird um Millionen oder vielleicht sogar Milliarden von Avataren Zugang zu garantieren. Diese virtuelle Welt soll aber nicht nur ein Spielplatz, sondern auch ein Einkaufszentrum werden. Käufer aus Europa könnten dadurch ihre Waren direkt in China bestellen und müssten nicht die Kosten für Zwischenhändler tragen. Ein westlicher Avatar könnte sich beispielsweise ein Auto nach seinen persönlichen Spezifikationen liefern lassen.

Im kommenden Monat wird China eine Konferenz über das Projekt abhalten, in der Wirtschaftspartner aus der ganzen Welt überzeugt werden sollen, virtuelle Standorte zu eröffnen. Das Projekt hat das Potenzial und die nötige Infrastruktur, um der wichtigste Online-Marktplatz der Welt zu werden. Chinesische Internetexperten wie Robert Lai, der Leiter des Beijing Cyber Recreation District , vergleichen den Aufschwung virtueller Welten sogar mit der industriellen Revolution, doch: "Es wird schneller und größer ablaufen und eher einer Explosion gleichen." (pte/hal)

(pte/hal)

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