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AMD bekennt sich zu Dresdner Werken - Neuer Auftragsfertiger startet

05.03.2009 | 07:12 Uhr |

Der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat sich zum Start seiner neuen Fertigungstochter zum Standort Deutschland bekannt. "In Dresden wollen wir unsere Zusage einlösen", sagte der Verwaltungsratschef des neuen AMD-Auftragsfertigers GLOBALFOUNDRIES, Hector Ruiz, am Mittwoch am Konzernsitz im kalifornischen Sunnyvale. Die Amerikaner wollen die Produktion in der sächsischen Landeshauptstadt ausbauen und auf den neuesten technischen Stand bringen.

AMD hatte seine Chipfertigung in das Gemeinschaftsunternehmen GLOBALFOUNDRIES übertragen. Mit knapp zwei Dritteln hält das Emirat Abu Dhabi die Mehrheit daran und schoss im Gegenzug Milliarden zu. AMD ist dringend auf das Geld angewiesen, nachdem der zweitgrößte Prozessorenhersteller der Welt neun Quartalsverluste in Folge verbucht hat. Gründe sind die Übermacht des Branchenführers Intel, verzögerte Produkteinführungen und der teure Zukauf des Grafikkarten- Herstellers ATI.

Künftig beschränkt sich AMD auf Entwicklung und Vermarktung der Produkte. Produziert werden die Chips im neuen Gemeinschaftsunternehmen. Dieses stellt seine Kapazitäten auch Dritten zur Verfügung und erhofft sich dadurch eine bessere Auslastung der Werke. Neben Computerprozessoren sollen auch andere Chips produziert werden. Nahe New York entsteht ein komplett neues Werk mit 1.400 Mitarbeitern.

An der neuen Gesellschaft halten AMD 34,2 Prozent und die Investmentfirma Advanced Technology Investment ATIC aus Abu Dhabi 65,8 Prozent. Weltweit werden 2800 Mitarbeiter beschäftigt, davon 2600 in Dresden. Chiphersteller gehen zunehmend dazu über, angesichts steigender Kosten die Produktion an unabhängige Hersteller zu geben. Derzeit wird in Dresden Kurzarbeit gefahren. Zur weiteren Zukunft des Unternehmens angesichts der Krise in der Halbleiterbranche sagte James Doran, Geschäftsführer von GLOBALFOUNDRIES Dresden: "Die zweite Jahreshälfte ist noch sehr neblig. Wir wissen nicht, was sie bringen wird." Von 2010 an hoffe man auf Besserung. (dpa)

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