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Chronik 2003: August

30.12.2003 | 07:53 Uhr |

Preise bleiben von DVD-Brennern bleiben trotz Urheberrechtsabgabe stabil +++ HP will mehr Consumerelektronik herstellen +++ T-Online startet eigenes Musikportal - wo bleibt Phonoline?

Hersteller von DVD-Brennern müssen in Deutschland seit August 9,21 Euro pro verkauftem Gerät an die drei Verwertungsgesellschaften ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte), Wort und Bild-Kunst abführen. Überraschend kommt das nicht, dass Urheber ab sofort pro einen Obolus erhalten. Denn spätestens seitdem vor ziemlich genau einem Jahr eine Urheberabgabe auf CD-Brenner beschlossen wurde, war klar, dass bald auch eine entsprechende Abgabe für DVD-Brenner fällig sein wird.
Die Regelung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2003 und nicht wie bei CD-Rekordern zum Juli 2001. Doch anders als im letzten Jahr haben diesmal die Laufwerk-Hersteller bereits Rücklagen bilden können. Dadurch bleiben bei den meisten auch die Preise für ihre DVD-Brenner gleich. Selbst Grau- oder Reimporte aus dem Ausland sind von der Abgabe betroffen, so dass derjenige, der ein günstigeres Laufwerk kaufen möchte, schon selbst ins Ausland fahren müsste - wie etwa nach Holland, wo es bisweilen keinerlei Urheberabgaben gibt.

HP setzt auf Unterhaltung

Hewlett- Packard drängt mit einer Produktoffensive verstärkt in das Geschäft mit Unterhaltungselektronik. Die neue Produktreihe soll dem Unternehmen helfen, Einbußen durch derzeit rückläufige Verkaufspreise auszugleichen. «Heute ist ein Neubeginn für Konsumenten, die sich von komplizierter Technologie abgewendet haben», kündigte Konzernchefin Carly Fiorina) an. Mehr als hundert neue Geräte sollen zeigen, wie einfach neue Technologien sein können, hieß es. «Mit diesen Produkten verlassen wir das Büro zu Hause und gehen in die Wohnzimmer und Küchen», sagte HP-Manager Vyomesh Joshi. Unter anderem wird eine neue Reihe von Heimdruckern eingeführt, die bei Fotos die Qualität von Entwicklungslabors erreichen soll. Studien hätten ergeben, dass mehr als 80 Prozent der Nutzer von Digitalkameras ihre Bilder zu Hause ausdrucken. Der HP DVD-Movie Writer DC3000 soll das erste Gerät sein, das VHS-Kassettenbänder direkt auf DVDs kopiert. Seine Produktoffensive begleitet HP mit einer ausführlichen Werbekampagne.

Musik als Geschäftsidee

Fast im Wochentakt meldet Apple neue Verkaufsrekorde für den iTunes Music Store und den iPod, da verwundert es wenig, dass immer mehr Nachahmer auf den Plan treten. Rhapsody unterbietet Apple beim Preis und verkauft Songs ab 79 Cent pro Stück, Roxio will nach der Übernahme von Pressplay (listen.com) im Frühjahr auf die starke Marke Napster setzen und T-Online schließlich zählt auf die große Masse seiner Kundschaft. Deutschlands größter Provider startet auf der Internationalen Funkausstellung einen eigenen Dienst zum Herunterlanden von Musik aus dem Internet. Unter der Adresse www.musicload.de bietet T-Online Titel verschiedener Labels angeboten, in Microsofts WMA9-Format angeboten, in dem sie der Windows Media Player abspielen kann, der gegen Ende des Jahres schließlich auch für den Mac vorliegt. Die Preise der Songs sollen bei 99 Cent bis 1,79 Euro pro Song liegen, "je nach Aktualität und Wichtigkeit des Interpreten".
T-Online startet mit der Plattform noch vor der gemeinsamen Initiative der Plattenindustrie, die einen Dienst unter dem Namen Phonoline einrichten will. Phonoline, das erst "im Sommer", dann im "Herbst" schließlich erst im Januar 2004 online gehen will, verzögert sich weiter. Als wesentlichen Grund dafür nennt das Nachrichtenmagazin Focus die Verwertungsgesellschaft GEMA, die zwölf Prozent der Einnahmen von jedem an den Endkunden verkauften Song haben will, der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft will hingegen nicht mehr als vier bis sechs Prozent zahlen. Apple wird mit dem europäischen Music Store nicht auf einen Markt treffen, der von Platzhirschen aufgeteilt ist.

Was sonst noch im August geschieht

Verschlüsselung weicht Zip-Standard auf +++ McDonalds installiert WLANs +++ Tablet PCS bleiben Ladenhüter +++ Apple-Master Gregory Hines stirbt 59jährig +++ Microsoft übernimmt Connectix - Virtual PC 6.1 läuft nicht auf Power Mac G5 +++ Roxio bringt Toast 6 +++ Google will an die Börse

Lesen Sie morgen in unserem Rückblick auf den September:

Jobs stellt 15-Zoll-Powerbook auf Apple Expo in Paris vor +++ iPod fasst bis zu 40 GB - iMac wird günstiger und schneller +++ Creative Suite statt Photoshop 8 und Indesign 3 +++ Apple Records verklagt Apple Inc.

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