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Chronik 2003: Februar

24.12.2003 | 08:01 Uhr |

iMac wird schneller +++ Xserve RAID kommt in den Schrank +++ Silence Kit für Power Macs +++ Charlie Greco verlässt IDG World Expo +++ Susan Prescott wechselt von Adobe zu Apple

Apple fährt damit fort, die Produkte in den Handel zu bringen, für die Steve Jobs im Januar eine zweite Keynote gebraucht hätte. Den Anfang machen am 4. Februar, einem Dienstag, der bei Apple für Produktankündigungen prädestiniert ist, schnellere iMacs. Das 17-Zoll-Flaggschiff, das jetzt 2.203 Euro inklusive Mehrwertsteuer kostet, hat jetzt einen G4-Prozessor mit 1 GHz Taktrate integriert. Der Systembus arbeitet mit 133 MHz, das neue Superdrive beschreibt DVD-R-Medien nun mit bis zu vierfachem Tempo. Sowohl für Airport Extreme und Bluetooth ist der Rechner vorbereitet, es fehlen jedoch die entsprechenden Sender. Nur noch ein iMac-Modell mit 15-Zoll-TFT hat Apple im Angebot belassen. Anders als sein großer Bruder ist der 15-Zöller nur für den langsameren Airport-Standard IEEE 802.11b vorbereitet, ein Bluetooth-Sender lässt sich lediglich am USB-Port betreiben. Für 999 Dollar kann Apple jetzt seinen Education-Rechner eMac anbieten, inklusive Zoll und Mehrwertsteuer kostet der 17-Zoll-All-in-One 1.159 Euro.

Mehr Server

Nach und nach versucht Apple im Business-Bereich Fuß zu fassen. Im Jahr 2002 brachte Cupertino erstmals einen Headless-Server für den Einsatz im 19-Zoll-Rack heraus, der Xserve bot neben seiner schlichten Eleganz einen großen Bedienkomfort und einen sensationellen Preis. Bis in die CIO-Etagen hat sich das zwar nur sehr zaghaft herumgesprochen, genaue Verkaufszahlen bleiben Geschäftsgeheimnis, Apple kumuliert sie bei den Power-Mac-Umsätzen. Mit dem RAID-System, das auf dem Xserve aufbaut, unternimmt Apple den zweiten großen Schritt in Richtung Unternehmen. Xserve-RAID bietet eine Kapazität von bis zu 2,5 Terabyte. Diese Speichermenge ermöglichen vierzehn per ATA-100 angeschlossene IDE-Festplatten. Redundanz sollen zwei unabhängige RAID-Controller mit bis zu 1 GB Controller Cache Speicher ermöglichen. Bei einer Höhe von 3 Einheiten ist er dreimal so hoch wie der flache Standard-Xserve.
Mit der Rendezvous-Technologie von Apple verbindet sich RAID Admin automatisch mit jedem Xserve RAID System über jedes IP-Netz. Die Datenübertragung erfolgt über eine 400 MB/s schnelle Fibre-Channel-Schnittstelle.
Apple bietet zudem eine Reihe an Dienstleistungen für das Xserve RAID an, darunter einen 4-Stunden-Vor-Ort-Service, 24x7 technischen Support, AppleCare Service Parts Kits und das AppleCare Professional Support Line and Tools Program. In drei Konfigurationen ist das RAID-System ab März für 7770 Euro verfügbar. Ein mittleres Modell mit sieben Festplatten kostet 9685 Euro, das Topmodell mit 2520 GB Speicherplatz kostet 14151 Euro.

Ruhe, bitte!

Implizit gesteht Apple Ende des Monats ein, mit der Quicksilver-Revision vom August 2002 reichlich laute Rechner auf den Markt gebracht zu heben. Schnell hat sich um die Krachschachteln ein neuer Industriezweig gebildet, diverse Lüfter-Spezialisten bieten Austauschkits für die vier überforderten Ventilatoren an. Apple will das Problem mit einem neuen Netzteil und einem neuen Gehäuselüfter in den Griff kriegen, der Hersteller kuriert jedoch nur an den Symptomen, die Innenarchitektur der Maschine verhindert effiziente Luftströme, um die Abwärme des Prozessors an die Umgebung abzuführen.
Für 20 Euro Bearbeitungsgebühr enthält der Käufer ein Paket mit Anleitung, Ersatzteilen und Inbusschlüssel zugeschickt. Zum Lieferumfang gehört zusätzlich noch ein Rücksendeschein - nach dem Austausch bittet der Hersteller um Rücksendung der originalen Bauteile. Apple bezeichnet den Umbau als optional, es handelt sich also nicht um eine Art von Reparatur.
Lüfter und Netzteil können Kunden selbst austauschen, ohne die Garantie des Rechners zu verletzen - ein Vorteil gegenüber den Silence-Kits oder Austauschlüftern von Drittherstellern.

Greco geht

IDG World Expo, Veranstalter der Macworld Expo, hatte im Herbst 2002 die Szene mit der Ankündigung überrascht, die Macworld Expo für das Jahr 2004 von New York nach Boston zurück zu verlegen. Apple stellt sich daraufhin stur - und seine Teilnahme an künftigen Macworlds an der Ostküste in Frage. Der Abschied von IDG-World-Expo-CEO Charlie Greco macht die Verhandlungen nicht gerade leichter. Im Februar verlässt Greco nach 17 Jahren, davon fünf als Präsident, das Unternehmen, um eine andere Tätigkeit in der "Event Management Industrie" wahrzunehmen, wie es IDG World Expo ausdrückt.
Grecos neuer Arbeitgeber ist die IT-Unternehmensberatung Gartner Group, wo der 50jährige den Bereich Messen verantworten wird. Einen ungünstigeren Zeitpunkt kann man sich für die Demission des Macworld-Expo-Chefs kaum denken. Greco selbst räumt der Zeitung Business Today gegenüber ein, dass seine Demission die Diskussion mit Steve Jobs erschwere, auch nächstes Jahr die Macworld Expo mit seinem Erscheinen aufzuwerten. Die Veranstaltung in Boston werde aber auch ohne den Apple-Boss erfolgreich sein, gibt sich Greco optimistisch. Selbst wenn der mächtige CEO fern bliebe, erwartet Greco, dass Apple zumindest mit einem Stand in der Messehalle vertreten sein werde, neben all den anderen Firmen, die Produkte für den Mac anbieten. Die kommende Macworld Expo in New York werde weder durch die Demission Grecos noch durch die Irritationen zwischen Messeveranstalter und Apple betroffen sein, beruhigt IDG World Expo. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellen soll.

Prescott kommt

Als Signal für Apples Engagement für die Publishing-Branche sieht die Szene den Wechsel von Susan Prescott von Adobe zu Apple. Prescott, die bislang Vice President of Produkt Management and Marketing Crossmedia Publishing des Softwareherstellers war, hat bei Apple als Vizepräsidentin das Professional Markets Marketing zu verantworten.
Susan Prescott ist in Publishing-Kreisen eine bekannte Größe. Seit sie vor über zehn Jahren zu Adobe wechselte, hat sie dort alle wichtigen Stationen im Publishing-Bereich durchwandert und machte in den vergangenen beiden Jahren Karriere vom Director of Marketing über Senior Director of Professional Publishing Products bis zu ihrer aktuellen Position. Unter ihre Ägide fielen die Akquise und Weiterentwicklung von Framemaker und Pagemaker sowie die Einführung von Indesign. Als Apple im Sommer 2001 mit Mac-OS X sein eigenes PDF-Format entwickelte, was zu Unstimmigkeiten zwischen Apple und Adobe führte, schickte man Prescott an die Medienfront, um die Wogen zu glätten und das gute Verhältnis beider Firmen zu betonen: "Die Beziehung zwischen Apple und Adobe ist geradezu familiär", betonte sie damals. "Wir empfinden generell die Zusammenarbeit mit Apple als gleichrangige Partner als großartig und wenn Fragen aufkommen, hat Apple noch immer einen Klasse Job getan."

Was sonst noch im Februar geschieht:

Neue Prozessoren von Motorola: Nachfolger von PPC 7455 und 7445 +++ Quark zeigt erste Screenshots von Xpress 6 +++ CFO Anderson: Apple will Marktanteil mittelfristig verdoppeln +++ WLAN wird immer populärer +++ Digitaler Videorekorder El Gato Eye TV in Deutschland erhältlich

Lesen Sie morgen in unserem Rückblick auf den März:

Apple ist Kult +++ Rekordverlust für Telekom +++ Cebit erfüllt Hoffnungen nicht +++ Microsoft verabschiedet sich von Corel +++ Macworld Expo New York bekommt neuen Namen

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