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Chronik 2003: November

02.01.2004 | 08:00 Uhr |

iMac bekommt 20-Zoll-Monitor +++ Pixar feiert dank "Findet Nemo!" Rekordumsätze +++ Chip-Fabrik in Frankfurt/Oder scheitert +++ DVD-Jon knackt DRM des iTunes Music Store

An diesem Dienstag Mitte November ist es wieder einmal so weit: Apple stellt völlig überraschend zwei neue Produkte vor. Dabei handelt es sich um Erweiterungen für Bewährtes, der bislang nur mit einem Prozessor ausgestattete Power Mac G5/1,8 GHz bekommt eine zweite CPU und die iMac-Reihe ergänzt der Mac-Hersteller mit einem 20-Zoll-Modell.
Mit dem neuen G5 Dual-Prozessor mit 1,8 GHz reagiert Apple nach eigenen Angaben auf die Wünsche seiner Kunden und bietet ab sofort seine beiden Topmodelle als Dual-Power Macs an. Der 64-Bit Desktop-Prozessor hat zwei unabhängige Front-Side-Bus-Systeme mit 900 MHz und ist mit 512 MB Arbeitsspeicher bestückt. Apple liefert den Dual-Mac mit einer GeForce FX 5200 Ultra 64 und einer 160 GB Serial ATA Festplatte aus, auch ein 4-fach Super Drive ist im Unfang dabei. Apple verlangt für den neuen Dual-Rechner 2.667 Euro. Der Einsteiger-G5 mit 1,6 GHz rutscht preistechnisch auf 1,971 Euro, seine Ausstattung bleibt jedoch unangetastet.
Der neue iMac mit 20 Zoll Display bietet mit seinem großen Flachbildschirm und einer Auflösung von 1680 x 1050 Pixel nun doppelt soviel Bildschirmfläche wie der 15 Zoll iMac. Ein 1,25 GHz G4-Prozessor, zwei Firewire-400-Anschlüsse und drei USB-2.0-Schnitstellen sind beim neuen iMac Standard, zusammen mit einer 80 GB Ultra-ATA100-Festplatte. Im 20 Zoll iMac verbaut Apple die GeForce FX 5200 von Nvidia mit 64 MB DDR Videospeicher. Ein 4-fach Super Drive und 256 MB Arbeitsspeicher runden den neuen iMac ab. Im Apple Store kostet der Super-iMac 2.499 Euro.

Findet Nemo!

Der Pflichtfilm der Saison ist für Macianer sicher Pixars jüngstes Meister "Findet Nemo!", der im Sommer in den USA zum erfolgreichsten Trickfilm aller Zeiten wurde. Der Blockbuster hat Auswirkungen auf die Bilanz von Pixar Animation Studios, neben Apple zweites Standbein von Steve Jobs. Zwar sinkt der Nettoprofit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 46,9 Millionen auf 13,2 Millionen Dollar oder 23 (87) Cent je Aktie und der Umsatz schrumpft im Jahresvergleich von 102,5 Millionen auf 30,2 Millionen Dollar. Laut Umfrage von Thomson First Call hatten die Analysten aber im Schnitt nur mit Einnahmen von 22 Millionen Dollar und einem Profit von 13 Cent je Aktie gerechnet. Pixar selbst hatte sogar nur ein Plus von sieben Cent je Anteil in Aussicht gestellt.
Laut Pixar spielte der Film um einen alleinerziehenden Clownfisch aus dem Great Barrier Reef bis Quartalsende weltweit 424 Millionen Dollar brutto ein. Obwohl in den USA erst seit einer Woche als Video oder DVD erhältlich, zählt der Film bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen bereits zu den meistverkauften Titeln. Allein am ersten Tag gehen acht Millionen Kopien von "Finding Nemo" über den Ladentisch. Den zweiten Rang als erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten hält mit "Die Monster AG" ebenfalls ein Werk aus dem Hause Pixar.

Ende einer Vision

Die Chipfabrik in Frankfurt (Oder) ist endgültig gescheitert, die Betreiberfirma Communicant AG leitet die stille Liquidation einleiten. Das Aus des ursprünglich mit 1,3 Milliarden Euro veranschlagten High-Tech-Vorhabens an der deutsch-polnischen Grenze ist zurückzuführen auf ausbleibende Zahlungen des Hauptinvestors Dubai, der diese von einer Bürgschaft des Bundes abhängig machte. Das arabische Emirat wollte in Frankfurt zusammen mit dem US-Konzern Intel sehr schnelle Chips für Kommunikationstechnik herstellen. Der Aufbau-Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Manfred Stolpe (SPD), weist unterdessen der EU-Kommission die Schuld am Scheitern des Vorhabens zu. Diese habe erklärt, dass es mit einer bloßen Anzeige im Falle der Verkleinerung des Projektes nicht getan sei, sagte der frühere brandenburgische Ministerpräsident.

Der Cracker kann's nicht lassen

Der durch sein Programm "DeCSS" zur Umgehung von DVD-Kopierschutzen als DVD Jon bekannt gewordene norwegische Hacker Jon Lech Johansen hat in seinem Weblog ein neues Programm veröffentlicht, mit dem sich die Digital-Rights-Management-Einschränkungen von über Apples "iTunes Music Store" verkauften Musikstücken entfernen lassen. "QTFairUse" nutzt dazu Apples Quicktime und modifiziert dessen Player so, dass er Stücke bei der Wiedergabe auch gleich noch auf die Festplatte wegschreibt.
Johansen hat die weniger als 200 Code-Zeilen große Software undokumentiert und nur im C-Quellcode für Windows veröffentlicht. Wer sie verwenden will, muss sie also zunächst kompilieren. Außerdem fehlen den erzeugten Dateien wichtige Header-Informationen, ohne die die meisten Player sie nicht wiedergeben können. Trotzdem zeigt die Software ein Konzept auf, wie sich das von Apple verwendete DRM und ähnliche Verfahren aushebeln lassen. Der Prozess gegen Johansen wegen Urheberrechtsverletzungen im Fall DeCSS dauert unterdessen an.

Was sonst noch im November geschieht

Cumulus für Mac-OS X erscheint +++ eBay verdoppelt Umsatz in Deutschland +++ T-Online startet Filmangebot +++ Musikindustrie verklagt immer mehr Tauschbörsenteilnehmer +++ SCO will Google verklagen +++ Corel stellt Graphics Suite für den Mac ein +++ Lüfter-Hersteller Verax bekommt Innovationspreis

Lesen Sie morgen in unserem Rückblick auf Dezember:

Toshiba kündigt 0,85-Zoll-Festplatten an +++ Adobe stellt Framemaker ein +++ Sony und BMG fusionieren Musiksparten +++ Drohkampagne der Filmindustrie beeindruckt nur wenige Raubkopierer +++ Milliardenklage gegen Microsoft

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