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Chronik 2003: September

31.12.2003 | 08:00 Uhr |

Jobs stellt 15-Zoll-Powerbook auf Apple Expo in Paris vor +++ iPod fasst bis zu 40 GB - iMac wird günstiger und schneller +++ Creative Suite statt Photoshop 8 und Indesign 3 +++ Apple Records verklagt Apple Inc.

Die im Januar auf der Macworld Expo in Paris vorgestellte Reihe von Powerbooks im Alu-Design ist nun komplett. Während seiner Keynote zur Apple Expo am 16. September enthüllt Steve Jobs den Nachfolger des fast drei Jahre alten Powerbooks G4, der in der 15-Zoll-Variante nun im gleichen Design wie der 17-Zöller und der 12-Zöller kommt. Dabei setzt Apple auf zwei unterschiedliche Modellvarianten. Die Fassung mit einem 1-GHz-G4-Chip, 256 MB DDR-SDRAM, 60 GB Festplatte, Airport-Extreme-Vorbereitung und Combodrive kostet im Apple Store 2.318,84 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für 680 Euro Aufpreis ist das neue 15-Zoll-Powerbook, das die Nachfolge des "legendären" Powerbooks mit Titan-Rahmen antreten soll, eine größere Festplatte (80 GB), doppelt so viel Arbeitsspeicher (512 MB), Superdrive, Airport Extreme und eine Hintergrund beleuchtete Tastatur, wie sie der 17-Zöller zu bieten hat. Als Grafikkarte hat Apple die ATI Radeon Mobility 9.600 eingesetzt, Anschlüsse für Firewire 800, USB 2.0 und Gigabit-Ethernet sind vorhanden.

Steve Jobs zeigt am Ende seiner Präsentation als "one more thing" drahtlose Eingabegeräte. Tastatur und Maus kommunizieren via Bluetooth mit dem Mac, die im Design ansonsten unveränderten Geräte setzten damit jedoch Mac-OS X 10.2.3 voraus. Ausgestattet mit zwei AA-Batterien soll die Maus genügend Ladung für drei Monate haben, die Tastatur hält die Spannung laut Apple dank ihrer vier Batterien neun Monate lang.

Mehr Kapazität

Eine Woche vor Beginn der Apple Expo in Paris überarbeitet Apple seinen populären Musik-Player iPod. Nunmehr in Kapazitäten von 10 GB, 20 GB und 40 GB erhältlich, sind die iPods rund 20 Gramm leichter geworden, auch die Preise hat Apple um rund 20 Euro für jedes Modell gesenkt. Im deutschen Apple Store kosten die drei Player, jetzt 349 Euro, 449 Euro und 549 Euro. Die Docking-Station liefert Apple mit den beiden größeren Modellen aus, diese verbindet den MP3-Player mit dem Rechner per Firewire oder USB 2.0.
Renoviert hat Apple zudem die iMac-Reihe, die schnellere Prozessoren und Grafikkarten erhält. Nur noch zwei Modelle hält der Mac-Hersteller in der Grundkonfiguration bereit, die15-Zoll-Variante hat einen G4-Prozesssor mit 1 GHz Taktrate eingebaut, das 17-Zoll-Modell rechnet mit 1,25 GHz. Die Rechner bringen jetzt mit einer Nvidia GeForce 4 MX oder einer Nvidea GeForce FX 5200 Ultra Bilder auf den 15-Zoll- respektive 17-TFT-Monitor, der 15-Zöller hat 32 MB DDR-Video-RAM eingebaut, der 17-Zöller den doppelten Speicher. Airport Extreme ist nur für den größeren iMac vorgesehen, der kleinere muss mit dem langsameres WLAN-Standard IEEE 802.11b (Airport) auskommen. Die drei USB-Anschlüsse der neuen iMacs erfüllen die Spezifikationen des Standards USB 2.0, die beiden Firewirebuchsen sind nach wie vor auf Firewire 400 ausgelegt. Die Preise hat Apple zudem beträchtlich gesenkt, der 15-Zoll-iMac kostet jetzt 1.390 Euro anstatt bisher 1.506 Euro, der 17-Zöller 1.970 Euro anstatt 2.203 Euro.

Kreative Suite

Adobe verzahnt vier seiner Programme enger. Photoshop, Illustrator, Indesign und Golive bilden künftig zusammen mit einer Software für die Versionskontrolle das Paket "Creative Suite" Auf einen Schlag neue Versionen von vier Programmen vorzustellen, nennt Adobe "Synchronisation der Produktzyklen". Gezwungen wird man nicht zum Kauf, doch neben dem günstigen Preis lockt Adobe mit einem weiteren Bonbon: Nur die Käufer von "Creative Suite" erhalten Version Cue, eine Zusatzsoftware, die man auf einem firmeninternen Server installiert und die dann verhindert, dass zwei Personen gleichzeitig an einer Datei arbeiten. Zudem bietet Version Cue die Möglichkeit, mehrere Versionen einer Datei zu speichern, so dass man beispielsweise im Layout schnell auf mehrere Varianten eines Bildes zugreifen kann. Adobe legt diese Zusatzsoftware beiden Versionen von "Creative Suite" bei, Standard oder Premium Edition. Der einzige Unterschied zwischen den beiden ist die Zahl der enthaltenen Programme: Standard umfasst nur Indesign, Illustrator und Photoshop. Bei Premium erhält man zusätzlich Golive und Acrobat 6 Professional. Außer bei Acrobat entfallen in den Namen der Programme die Versionsnummern, statt dessen führen die einzelnen Programme die Abkürzung für "Creative Suite" im Namen, zum Beispiel Photoshop CS.

Plattenfirma der Beatles will Geld aus Cupertino

Die Plattenfirma der Beatles, Apple Corps., verklagt den Mac-Hersteller wegen Vertragsbruch. Rechtstreitigkeiten zwischen Liverpool und Cupertino haben Tradition, schon in den frühen Achtzigern verklagte die Musikfirma Apple wegen Verwendung des geschützten Namens. Damals einigte man sich in einem Prozess, dass Apple dem Musikgeschäft fernzubleiben habe, seinen Namen jedoch behalten dürfe. Jahre später, als der Mac-Hersteller Rechner baute, die Musik über ansteckbare Lautsprecher abspielen konnten, kam die nächste Klage auf Cupertino zu. Experten schätzen, dass Apple in diesen Fällen für Gerichtskosten und Entschädigungszahlungen mittlerweile rund 50 Millionen Dollar aufzuwenden hatte.
Jetzt machen die Anwälte von Apple Corps. wiederum Ernst, der iPod und der iTunes Music Store stellen in ihren Augen eine weit größere Verletzung des langjährigen Vertrages dar, als alle anderen Aktivitäten je zuvor. "Als sie den iPod heraus gebracht haben, haben wir uns nur gewundert, was sie sich dabei wohl gedacht haben," sagte ein Jurist der Beatles-Plattenfirma, "sie wussten doch von der Vereinbarung und dass sie deretwegen schon viel Geld verloren haben." Über die genauen Inhalte der Klage werden keine Details bekannt, ein Sprecher der Musikfirma meinte jedoch Fox News gegenüber, dass man Apple gerne auf seinem Weg belassen wolle, dabei aber weitere Entschädigungszahlungen aus Cupertino überwiesen bekommen möchte.

Was sonst noch im September geschieht:

Rohlinge halten mit schnellen Brennern nicht mehr Schritt +++ Notebookmarkt wächst weiter +++ Sony und Virgin planen Musik-Download-Services +++ Microsoft findet Be mit 23,25 Millionen Dollar ab +++ Freaks bauen Apple I nach +++ Sun macht Milliardenverlust +++ Dell verkauft iPod-Konkurrenten +++ Streit um Verisign Sitefinder-Dienst

Lesen Sie morgen in unserem Rückblick auf Oktober:

Apple steigert Umsatz und Gewinn +++ Napster kehrt zurück - und der iTMS für Windows startet +++ Apple bringt iBook G4 +++ Nokia hat Ärger mit explodierenden Akkus +++ Universität von Virginia nimmt G5-Supercluster in Betrieb

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