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Cyberkriminelle haben mobile Geräte im Visier

17.02.2011 | 11:00 Uhr |

Kriminelle fokussieren sich immer stärker auf Smartphones, Tablets und mobile Plattformen. Money Mules für Geldwäsche und Trojaner sind die größten Sicherheitsrisiken 2011.

iPhone, iPad, Consumer Technologie
Vergrößern iPhone, iPad, Consumer Technologie
© Apple, Montage Claudia Wolff
Apple ist mit Abstand der anfälligste Anbieter. Aber auch bei HP ging die Fieberkurve 2010 bedenklich nach oben.
Vergrößern Apple ist mit Abstand der anfälligste Anbieter. Aber auch bei HP ging die Fieberkurve 2010 bedenklich nach oben.
© Cisco

Die Warnung vor den sieben Todsünden hat auch im digitalen Zeitalter bestand, wenngleich der mittelalterliche Kanon für das Surfen im Internet etwas aufgefrischt werden muss. Wollust und Gier allerdings sind immer noch gefährliche Wegweiser – wie dereinst die Mönche warnt nun der jährliche Sicherheitsreport von Cisco vor diesen allzu menschlichen Schwächen. Wer im World Wide Web nackten Versuchungen oder Superbilligangeboten blindlings folgt, gerät rasch in jene Sphären, in denen bestenfalls Spam und möglicherweise fiese Cyberangriffe lauern. Eitelkeit, Vertrauensseligkeit und Faulheit sind ebensolche Einfallstore für Hacker. Hinzu kommen zwei weitere: „Mitgefühl und Dringlichkeit sind gebräuchliche Social Engineering-Maschen für Kriminelle“, sagt Christopher Burgess, Senior Security Advisor bei Cisco . Als Beispiele hat er gefakte Spendenaufrufe im Sinn, die garantiert nicht bei Erdbebenopfern in Haiti landen, oder geknackte Facebook-Accounts, über die Hilferufe verbreitet werden.

Nicht nur Lecks in IT-Systemen machen das Internet also zur bedrohlichen Zone, sondern auch die Leichtgläubigkeit der Anwender. Der Trend zur mobilen Kommunikation verstärkt das eine, die Entwicklung des Web 2.0 das andere. Immense Security-Herausforderungen sind sie beide. Was aber nicht verdecken soll, dass 2010 laut Cisco-Report global betrachtet kein schlimmes Jahr war – im Gegenteil.

„2010 war das erste Jahr im Internetzeitalter mit rückläufigem Spam-Aufkommen“, weiß der Anbieter zu berichten. Alleine in der Türkei sank die Zahl von Spam-Mails um 87 Prozent von 45 auf 3,7 Billionen. Cisco bringt diesen eklatanten Rückgang mit der Zerschlagung von Botnets wie Waledec oder Pushdo (alias Cutwail) in Zusammenhang. Auch in Brasilien, Vietnam und China zeigte sich ein erfreulicher Trend mit um 45, 22 und knapp 14 Prozent rückläufigen Spam-Aufkommen. Leicht positiv war auch die Entwicklung in den USA.

Die Kehrseite der Medaille ist ein drastischer Spam-Anstieg in Westeuropa. In Frankreich verzeichnet Cisco mehr als eine Verdopplung auf 3 Billionen Müll-Mails, in Großbritannien war eine ähnlich eklatante Entwicklung zu verzeichnen. Demgegenüber fällt der Anstieg um ein Zehntel auf 2,8 Billionen Mails in Deutschland geradezu moderat aus. Absolut betrachtet ist es indes bedenklich, weshalb sich Cisco recht wohlwollend über die aktuelle Anti-Botnet-Initiative des Bundesinnenministeriums äußert.

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