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Erfasst die Bankenkrise den Hightech-Sektor?

09.11.2007 | 09:53 Uhr

Nachdem große Banken wie Citigroup, Merril Lynch, Goldman Sachs oder American International Group Milliardenbeträge abschreiben mussten, wirkt sich die Bankenkrise nun auf andere Branchen aus – offensichtlich auch auf den Hightech-Sektor.

Cisco-Chef John Chambers sprach anlässlich der Bekanntgabe guter Geschäftszahlen von "dramatischen Rückgängen" bei den Auftragseingängen von US-Finanzdienstleistern. Glänzende Geschäfte in Wachstumsregionen wie China und Indien haben dem Konzern trotzdem sehr gute Zahlen beschert, auch die Prognose musste nicht zurückgenommen werden: Cisco will im nächsten Quartal nach wie vor um 16 Prozent wachsen.

Ungeachtet dieser eigentlich positiven Nachrichten wächst in den USA die Nervosität: Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte davor gewarnt, dass die Privathaushalte im vierten Quartal – ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft also – auf die Konsumbremse treten könnten. Ebenso wie der Einzelhandel und die Automobilwirtschaft könnte davon der ITK-Markt betroffen sein.

An der Nasdaq gab es gestern erste Warnsignale: Die in den letzten Wochen stark gestiegenen Aktienkurse gerieten ins Purzeln. Die Aktien von Google, Apple, Amazon.com, IBM und HP fielen jeweils um mehr als vier Prozent, Cisco verlor sogar um 9,1 Prozent. (Siehe auch: US-Finanzmisere trübt Wachstumsaussichten von IBM )

Die meisten Analysten sehen makroökonomische Gründe für die Kurseinbrüche und nicht so sehr eine Schwäche, die allein den Technologiesektor betrifft. Vor allem die Hypothekenkrise der Banken setzt der US-Wirtschaft zu, zumal niemand genau vorherzusagen mag, auf welchen Mengen zweitklassiger Hypothekenkredite die Institute wirklich sitzen. Unsicherheit entsteht aber auch durch den hohen Ölpreis und die gegenwärtige Dollarschwäche. (hv)

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