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Interview: Was IT-Experten von Steve Jobs lernen können

13.09.2011 | 09:25 Uhr |

Können CIOs von Apple-Lichtgestalt Steve Jobs lernen, wie man als Manager erfolgreicher wird? Personalcoach Paul David Walker antwortet im Interview.

Unsere Kollegen von CIO.com sprachen mit Paul David Walker über Steve Jobs, das Interview fand noch vor Steve Jobs' Rücktritt statt.

Hatte zwischenzeitlich mehr Geld auf der hohen Kante als sein Heimatland: Apple-Chef Steve Jobs.
Vergrößern Hatte zwischenzeitlich mehr Geld auf der hohen Kante als sein Heimatland: Apple-Chef Steve Jobs.

Was unterscheidet die USA von Apple ? Die Vereinigten Staaten haben zwischenzeitlich weniger Cash in der Kasse. Das Unternehmen aus Kalifornien hat nach dem letzten Quartalszahlen 76,4 Milliarden Dollar auf der hohen Kante, die USA vor der Erhöhung der Schuldenobergrenze "nur" 73,7.

Dabei ist es Apple Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts genauso ergangen, wie der US-Administration Anfang August 2011: Beide wären fast in die Zahlungsunfähigkeit, vulgo: Pleite, abgerutscht. Das Unternehmen stand von 15 Jahren "kurz vor dem Ruin oder einer feindlichen Übernahme", heißt es dazu bei Wikipedia . Der Konkurs wurde unter anderem durch eine Beteiligung des Erzrivalen Microsoft in Form von stimmlosen Aktien abgewendet. In dieser Zeit war Steve Jobs nicht bei Apple.

Wohl aber im Januar 2007, als Apple einen tiefgreifenden Wechsel der Unternehmenspolitik verkündete. Mit Apple TV, dem iPod und dem iPhone begann der Konzern sein Engagement in der Unterhaltungselektronik. Es war der Grundstein dafür, dass Apple heute zu den wertvollsten Marken der Welt gehört.

Was können CIOs (Chief Information Officer = IT-Chef) von der Erfolgsgeschichte des Konzerns lernen, der mit seinem Chef Steve Jobs steht, aber auch zu fallen droht. Der Personalcoach Paul David Walker antwortet in einem Interview der Kollegen von CIO.com auf diese Frage.

Interviewpartner Paul David Walker ist Personalcoach und Buchautor.
Vergrößern Interviewpartner Paul David Walker ist Personalcoach und Buchautor.
© Paul David Walker

CIO.com: Was ist Ihr Eindruck vom (ehemaligen) Apple-Vormann Steve Jobs?

Walker: Steve Jobs ist einer der mächtigsten Visionäre unserer Tage. Er ist sehr klug und fast alleine in der Lage, mit neuen Produkten neue Märkte zu erobern. Und er hat es geschafft, sich das Vertrauen hochqualifizierter Entwickler und Mitarbeiter zu erhalten. Das war sicher schwer, denn Techniker glauben grundsätzlich, dass alle Menschen außer ihnen Idioten sind. Eine solche Gruppe erfolgreich zu führen, ist eine echte Herausforderung.

"Techniker halten alle außer sich selber für Idioten"

CIO.com: Auch CIOs müssen mit solchen Technikern auskommen. Wie kriegen sie das hin?

Walker: Wenn Techniker etwas respektieren, dann intellektuelle Klugheit und herausragende kognitive Fähigkeiten. Ingenieure haben oft großartige Ideen, aber keine Ahnung, wie sie das vermarkten können. Steve Jobs kennt sich auch mit Technik aus, gehört aber als Verkäufer sicher zu den besten zwei Prozent der Weltbevölkerung. Damit hat er sich den Respekt seiner Techniker erarbeitet.

CIO.com: Als Chef wird Jobs oft wegen seines überbordenden Temperaments gescholten. Wie wirkt sich das auf seine Führungsqualitäten aus?

Walker: Die wenigsten Menschen können sich etwas bloß vorstellen, dann mit den Gedanken spielen und ihre Ideen anschließend anderen erklären. Aber keiner dieser Menschen, Steve Jobs ist so einer, hat Verständnis dafür, dass andere Leute ihn dann nicht verstehen, denn er findet seine Gedanken absolut selbsterklärend.

Sind Mitarbeiter begriffsstutzig, wird der Chef aggressiv

Wenn ein Chef auf nach seiner Meinung derart begriffsstutzige Mitarbeiter stößt, ist er frustriert und wird aggressiv. Die Mitarbeiter regt das zu Recht auf, weil er damit ihr Ego beschädigt.

Das ist einer der Gründe, warum zum Beispiel Rob Johnson, Apples Retail-Chef, das Unternehmen verlassen hat. Er hat astreine Retail-Stores geschaffen und ist trotzdem gegangen. Ich denke, dass so ein Verhalten eine echte Schwäche von ansonsten intelligenten und charismatischen Unternehmensleitern ist.

Bescheidenheit kann man nur schwer lernen. Aber wer erfolgreich seine Nachfolge regeln möchte, sollte wenigstens ein gewisses Maß an Demut aufbringen, damit die Leute in der zweiten Reihe wenigstens die Chance haben, sich zu empfehlen.

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