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iPhone 3G S: Sicherheitslücke bei der Sprachsteuerung

25.06.2009 | 12:50 Uhr |

Das iPhone 3G S soll sich mit der Sprachsteuerung noch leichter bedienen lassen. Die neue Funktion hat jedoch einen großen Haken: Sie umgeht die Code-Sperre des iPhones. So kann jeder auch mit einem gesperrten iPhone telefonieren.

iPhone 3G S Sprachsteuerung
Vergrößern iPhone 3G S Sprachsteuerung

Mit der Sprachsteuerung sollen Anwender auch im Auto oder in ähnlichen Situationen telefonieren oder den iPod starten können. Wie der Macwelt-Test zeigt, hat diese Funktion nicht nur Schwächen , sie ist zugleich auch eine Sicherheitslücke. Denn die Sprachsteuerung stört sich nicht daran, ob das iPhone gesperrt ist oder sogar eine Code-Sperre eingerichtet ist. Diese sollte Unbefugte davon abhalten, das iPhone zu benutzen. Mit der Spracherkennung geht dies aber dennoch.

So kann man auch bei einem gesperrten iPhone jede beliebige Telefonnummer anrufen. Die Code-Sperre hilft nicht. Man drückt die Home-Taste für wenige Sekunden und diktiert dem iPhone eine Telefonnummer. Schon wählt das Gerät diese Nummer und der Anrufer ist verbunden. Nach dem Gespräch ist die Sperre zwar weiterhin aktiv, dennoch hält sie niemanden davon ab, ein gesperrtes iPhone 3G S zu benutzen. Die iPod-Funktionen sind ebenfalls zugänglich, bergen aber kein Kostenrisiko für den Besitzer.

Kein Schutz vor Fremden möglich

Bereits zuvor gab es unter der Firmware 2.0 Möglichkeiten, die Code-Sperre zu umgehen, wenn die Telefonfunktion für den Doppelklick des Homebuttons ausgewählt war. So konnten Fremde die Sperre aushebeln. Hier konnte der Nutzer die Belegung des Home-Buttons ändern, bis Apple diese Lücke mit einem Update der Firmware schloss. Bei der Spracherkennung kann der Nutzer die Tastenbelegung jedoch nicht ändern. Immer wenn man den Home-Knopf länger drückt, startet die Spracherkennung.

Dass die Sprachbefehle auch bei gesperrtem Display funktionieren, hat gewisse Komfort-Vorteile. So kann man auch im Auto blind Befehle starten, ohne zuvor das Display entriegeln zu müssen. Dass dies aber auch bei aktivierter Code-Sperre funktioniert, ist eine glatte Sicherheitslücke. Derzeit hat der Nutzer keine Möglichkeit, Unbefugte davon abzuhalten, mit einem offen herumliegenden iPhone zu telefonieren. Der Fremde muss lediglich die Sprachfunktion aktivieren und die Nummer diktieren. Hier sollte Apple nachbessern.

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