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Börsenaufsicht zwingt Hersteller zur Offenlegung von Mineralienquellen

24.08.2012 | 13:41 Uhr |

Eine neue Regel der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) zwingt Firmen dazu, offen zu legen, ob sie Mineralien aus der Demokratischen Republik Kongo (ehedem Zaire) oder angrenzenden Ländern für ihre Produkte verwenden.

Auf der Liste der offen zu legenden Rohstoffe aus Konfliktregionen stehen unter anderem Tantal, Zinn, Gold und Wolfram, sofern sie für die Funktionalität oder Produktion der Produkte benötigt werden, teilt die SEC mit. Der Verkauf der als "Konflikt-Materialien" bezeichneten Rohstoffe finanziert in Zentralafrika bewaffnete Milizen, die Metalle werden in der Regel unter menschenunwürdigen Bedingungen geschürft. Wolfram wird in integrierten Schaltkreisen verbaut, Gold in hochwertige Kabel, das seltene Metall Tantal - aus dem Erz Coltan gewonnen - wird unter anderem in der Produktion von Smartphones als Material für Kondensatoren benötigt.

Börsennotierte Unternehmen müssen nun nach Regelung der SEC der Herkunft ihrer Rohstoffe nachgehen und schon bei bloßem Verdacht, die Materialen könnten nicht aus dem Recycling oder "sauberen" Quellen, sondern aus der Krisenregion stammen, dies der Börsenaufsicht melden, berichtet der IDG News Service. Den ersten derartigen Report müssen die Firmen zum 31. Mai 2014 einreichen, danach jährlich jeweils zum 31. Mai.

Kritik muss sich die SEC von zwei Seiten anhören, den Menschenrechtlern des Enough Projects ist die zweijährige Übergangsphase nach der bereits einjährigen Beratung der Regelung zu lang. Die US-Handelskammer drohe hingegen der SEC mit Klage, für die betroffenen Firmen sei es zu kostspielig, ihre Zulieferketten wie gefordert zu säubern, erklärt das Enough Project. Der Einstellung der Handelskammer widersprechen jedoch Schwergewichte wie Microsoft, General Electric und Motorola, Firmen wie HP, Apple und Intel haben längst Programme aufgelegt, um ihre Zulieferketten frei von Konfliktmaterialien zu halten und dennoch profitabel zu bleiben.

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