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Comdex leidet an Besuchermangel

14.11.2001 | 00:00 Uhr |

München/dpa- Die schwierige Marktsituation ist auch an der Comdex-Messe in Las Vegas nicht spurlos vorüber gegangen. Die Unterhaltungsmetropole in der Wüste Nevadas zog in diesem Herbst nicht 200 000 IT-Experten an wie im vergangenen Jahr, sondern nur 120 000 bis 150 000. Manche Firmen haben als Sparmaßnahme Messebesuche gestrichen, ander Comdex-Stammgäste wollten vor dem Hintergrund der Terrorschläge in diesen Tagen kein Flugzeug besteigen.

Bill Gates, der traditionell die Comdex mit einer Ansprache eröffnet, versuchte in seiner Rede, den verunsicherten Messebesuchern mit einem pathetischen historischen Vergleich Optimismus zu vermitteln. Der britische Premier Winston Churchill habe 1942, Mitten im Zweiten Weltkrieg, gesagt: "Das ist nicht das Ende. Das ist noch nicht einmal der Anfang vom Ende. Es ist aber wahrscheinlich das Ende vom Anfang."

Das beispiellose Wachstum der Computerindustrie ist im Jahr 2001 nicht nur gestoppt worden: Die Branche musste erstmals schrumpfende Umsätze hinnehmen. Und auch im kommenden Jahr sehen die Aussichten nicht rosig aus. Erst für die zweite Jahreshälfte 2002 kann die IT-Industrie auf eine Trendwende hoffen, lautet die fast einhellige Meinung verschiedener Branchenexperten und Industrieführer auf der größten Computermesse in den USA, der Comdex in Las Vegas.

Besonders der Markt für Personal Computer wurde von der schwachen Konjunktur hart getroffen, meint Crawford DelPrete, renommierter Analyst des Marktforschungsunternehmens IDC. In diesem Jahr werde der Umsatz mit PCs um rund zehn Prozent zurückgehen, 2002 werde der Markt um weitere 7,5 Prozent schrumpfen. Die Schwäche des PC-Marktes sei schon vor den Anschlägen in New York und Washington sichtbar gewesen. "Der 11. September hat aber alles verschärft." (dpa)

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