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Commodore Amiga seit 30 Jahren im Dienst

15.06.2015 | 14:38 Uhr |

Er läuft Tag und Nacht und steuert seit 30 Jahren die Heizung und Klimaanlage von 19 Schulen: dieser alter Commodore Amiga ist immer noch im (öffentlichen) Dienst.

In der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Michigan, in Grand Rapids, steuert ein 30 Jahre alter Computer die Klimaanlagen von 19 öffentlichen Schulen. Der Commodore Amiga läuft Tag und Nacht durch seitdem er in den 80ern gekauft worden war. Wie Tim Hopkins, der sich um den Amiga kümmert, gegenüber dem lokalen TV-Sender woodtv.com mitteilt , habe der Commodore damals einen Rechner ersetzt, der so groß wie ein Kühlschrank gewesen sei.

Ein Schüler hat den Amiga programmiert

Mit dem alten Amiga steuern die Schulen, wann die Boiler geheizt werden und wann die Heizphase beendet wird. Außerdem: wann die Ventilatoren gestartet und angehalten werden und wann die Pumpen arbeiten. Ferner überwacht der betagte Rechner die Temperaturen und diverse weitere Werte. Als der Amiga gekauft worden war, hat ein Schüler der Kentwood High School die Programme geschrieben. Gibt es ein Problem mit der Hardware oder Software, wenden sich die Schulen einfach an den ehemaligen Schüler, der noch immer in der Region lebt.

Walkie-Talkies stören das uralte Modem

Problematisch sei das Auffinden von Ersatzteilen, schildert Hopkins. Der Commodore habe im Laufe der Jahrzehnte schon seine zweite Maus und den dritten BIldschirm erhalten. Der Rechner arbeitet übrigens im Verbund mit einem 1200-Bit-Modem, um die Anlagen der Schulen zu steuern. Die Anfragen und Steuerdaten schickt der Amiga über eine Radiofrequenz drahtlos an die Anlagen. Diese würden binnen Sekunden mit den angefragten Daten antworten. Ein Problem hierbei: Die gleiche Frequenz wird von manchen Walkie-Talkies verwendet, die von Hausmeistern der Schulen eingesetzt werden. Kollidieren die Frequenzen, müssen die Hausmeister ihre Walkie-Talkies für 15 Minuten abschalten, damit wieder alles läuft.

Darum gibt es keinen neuen Rechner für die Schulen

Die Schulen setzen weiter auf den 30 Jahre alten Commodore-Opa, weil ein neues System sie zwischen 1,5 und 2 Millionen Dollar kosten würde. Wenn die Wähler sich aber für einen insgesamt 175 Millionen Dollar schweren Vorschlag im November entscheiden, gibt es ein neues Steuerungssystem.

Damit hat dieser Amiga übrigens seinen Schöpfer um viele Jahre überlebt. Für Commodore kam der Anfang vom Ende 1994 ; Commodore Deutschland und UK blieben als letzte übrig. Der Markenname indessen existiert noch. Die Inhaber brachten erst vor wenigen Jahren eine Neuauflage mit deutlich mehr Rechenpower auf den Markt - den Amiga Mini .

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