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Compaq-Deal: HP wirbt um Sympathie

20.12.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) hat eine US-Werbekampagne gestartet, um private und institutionelle Anleger von den Vorteilen einer Fusion mit Compaq zu überzeugen. Das Unternehmen schaltete doppelseitige Anzeigen in 52 US-Tageszeitungen, in denen das erste HP-Produkt zu sehen ist (der Audio-Oszillator "200 A"). Die Bildunterschrift dazu lautet: "Was wäre geschehen, wenn wir hier aufgehört hätten?" Ein weiterer Satz richtet sich direkt an den Gründersohn Walter Hewlett, der den geplanten Merger verhindern will: "Auch jetzt schlagen einige vor, dass wir beim Druckergeschäft bleiben sollen. Aber HPs Ambitionen waren schon immer viel größer."

Walter Hewlett hat bereits angekündigt, gegen die Fusion mit Compaq stimmen zu wollen, und zudem die Unterstützung verschiedener Familienstiftungen für seine Sache gewonnen. Zusammen hält diese Opposition 18 Prozent der HP-Anteile und könnte mit ihrer Entscheidung Signalwirkung für andere Aktionäre haben. Hewlett lehnt die Fusion unter anderem deswegen ab, weil er befürchtet, die Zusammenlegung der defizitären PC-Einheiten beider Unternehmen könne das lukrative Druckergeschäft von HP in Mitleidenschaft ziehen. Er setzt stattdessen auf internes Wachstum.

Am gestrigen Mittwoch hat HP zudem weitere Details zur geplanten Fusion bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eingereicht, die die Vorteile des Deals unterstreichen und Hewletts Kritik zurückweisen. Unter anderem schreibt der Konzern in dem 50-seitigen Dokument, dass Hewletts Ablehnung des Mergers von einem "statischen und engstirnigen Blickwinkel" zeuge und keinerlei Alternativen aufzeige. Als Vorteile stellte HP heraus, dass die gegenwärtig negative operative Marge von 3,2 Prozent durch den Merger auf plus 9,2 Prozent steigen würde. Zudem soll der Gewinn pro Aktie im Jahr 2003 um 13 Prozent höher ausfallen, wenn die Fusion zustande kommt. (ka)

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