878098

Computer-Kriminalität überfordert Europas Polizei

22.05.2001 | 00:00 Uhr |

Polizei und Strafverfolgungsbehörden in Europa sind
nach Ansicht der europäischen Polizeibehörde Europol bislang nicht
gegen die rasch steigende elektronische Kriminalität gewappnet. Auf
diese neue und revolutionäre Herausforderung müsse sich die Polizei
länderübergreifend einstellen, bevor es zu spät sei, mahnte der
Leiter von Europol, der Niederländer Jürgen Storbeck, am Dienstag auf
dem Europäischen Polizeikongress in Bonn.

Dafür seien auch neue Instrumente nötig. «Den virtuellen Tatort
findet man nicht in der herkömmlichen Strafprozessordnung», sagte
Storbeck. Es müsse schnell und präventiv reagiert werden, sonst
bestehe die Gefahr, hinter die Entwicklungen zurück zu fallen und von
ihnen überrollt zu werden. Polizisten, Richter und Staatsanwälte
müssten neu ausgebildet werden.

Derzeit gibt es laut Storbeck bereits ernst zu nehmende Probleme
bei der Bekämpfung der neuen Kriminalität. National werde einiges auf
den Weg gebracht, doch sei dies nur «Stückwerk» und geschehe auch
viel zu langsam. Der Bonner Kriminologe Werner Rüther verwies darauf,
dass bisher kaum Erkenntnisse über dieses Gebiet vorlägen. Das
Internet sei als eine «anarchische Gemeinschaft» entstanden. «Und so
wird es wohl eher als Sport gesehen, mal eben in die E-Mail eines
Anderen zu gucken.»
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
878098