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Microsofts verlorenes Jahrzehnt ohne Gates

02.11.2009 | 10:50 Uhr |

Newsweek-Redakteur Daniel Lyons ("Fake Steve") meint, Microsoft habe ohne Bill Gates an der Spitze und unter der Leitung von Steve Ballmer seine Ecken und Kanten sowie den Anschluss an modernste Entwicklungen verloren.

Steve Ballmer
Vergrößern Steve Ballmer

Zwar habe Microsoft mit über 90 Prozent bei den Betriebssystemen immer noch die marktbeherrschende Stellung inne, Ähnliches gelte für die Office -Pakete, und das Unternehmen sei mit Windows 7 nach dem Desaster mit Windows Vista wieder auf einem guten Weg. Auch die Eröffnung der Ladengeschäfte lobt Lyons. Doch seit dem Rücktritt des "Software-Geeks" Bill Gates habe der Konzern unter Ballmer seine Ausstrahlung eingebüßt. Man habe keine "Angst" mehr vor dem Riesen aus Redmond, den man früher sogar mit den Borgs aus Star Trek verglichen habe: "Widerstand ist zwecklos".

Der Respekt ist also weg, meint der Newsweek-Autor, und Microsoft habe wichtige Entwicklungen schlicht verschlafen: Apple hat den iPod und den iTunes Store gebracht und natürlich das iPhone. Google dominiere die Internetsuche, verfüge mit Google-Mail über das beste E-Mail-System und mache sich mit Android im Mobilsektor stark. Amazon vermietet PC-Systeme und Speicherplatz im Internet, außerdem hat es mit dem Kindle einen modernen E-Reader im Angebot. Auf all diese Herausforderungen habe Microsoft unter Ballmer zu schwach oder zu spät reagiert.

In seiner Ägide seien die Einkünfte zwar weiter gestiegen, und die Xbox sei ein großer Erfolg, aber die Aktienkurse der Firma sind dennoch um fast 50 Prozent gefallen. Lyons sieht das Hauptproblem darin, dass Ballmer zwar "unglaublich schlau", aber im Unterschied zum Computerfachmann Gates mit seinem Riecher für aktuelle Entwicklungen eben nur Geschäftsmann sei. Wenn Microsoft weiterhin vor allem aus vergangenen Meriten lebe, könnte die nächste Dekade nach Meinung Lyons für das Unternehmen keineswegs besser werden.

Daniel Lyons ist bekannt als " Fake Steve ". Er bloggt als Parodie von Steve Jobs.

Info: Newsweek

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