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Game-Nostalgie im Berliner Computerspielemuseum

18.01.2011 | 07:36 Uhr |

Schwer vorstellbar, eine Welt ohne Computerspiele. Überall wird heute gezockt - zu Hause am Computer oder unterwegs auf dem Handy. Das Computerspielemuseum in Berlin gibt jetzt einen Überblick über gut 50 Jahre Daddel-Geschichte.

Computerspiele Museum Berlin
Vergrößern Computerspiele Museum Berlin

Ob Fußballmatch oder Ego-Shooter - Computerspiele gibt es heute praktisch für jedes Handy. Kaum vorstellbar, dass man früher zum Daddeln extra in die Spielhalle gehen musste. Aber "Computer Space", der erste Computerspiele-Automat, war mannshoch und nahm viel Platz ein.

Computerspielemuseum öffnet seine Türe

Mittlerweile steht das technische Ungetüm aus dem Jahr 1971 im neuen Computerspielemuseum in Berlin. Das wird an diesem Freitag in der Karl-Marx-Allee eröffnet und zeigt "eine der größten Sammlungen weltweit" aus rund 50 Jahren Computerspielgeschichte, wie Museumsdirektor Andreas Lange sagt. In Deutschland gibt es sonst keine vergleichbar umfangreiche Schau.

Das ist eigentlich verwunderlich angesichts der Bedeutung, die Computerspiele seit Jahrzehnten auch hierzulande haben. Schon in den 1980er Jahren gehörten Spielekonsolen zum Alltag, heute spielen auch Millionen Erwachsene regelmäßig zum Zeitvertreib. Überall wird gespielt - ob in der U-Bahn, im Wartezimmer beim Arzt oder in der Mittagspause am Arbeitsplatz.

Für Direktor Lange war die Erfindung der Computerspiele sogar ähnlich bahnbrechend wie die des Buchdrucks oder des Telefons. "Es gab immer wieder kulturelle Revolutionen, die bis heute unser Leben bestimmen. Computerspiele gehören dazu", sagt Lange, der auch Kurator der Ausstellung ist.

Den Besucher erwartet eine Retrospektive zu einem guten halben Jahrhundert Computerspiele-Geschichte. Viele werden sich an vergnügte Stunden in der Kindheit erinnern, wenn sie plötzlich wieder einen Commodore 64, einen Gameboy oder 16-Bit-Konsolen Sega Mega Drive oder Super Nintendo vor Augen haben. Auch allerhand vergessene Software kommt zum Vorschein, etwa das erste Videospiel, das wegen Gewaltverherrlichung in Deutschland 1984 auf den Index kam: River Raid für die Konsole Atari 2600.

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