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Consors erstmals in den roten Zahlen

15.05.2001 | 00:00 Uhr |

Der Internet-Wertpapierhändler ConSors hat
erstmals einen Gewinneinbruch verbucht. Der Verlust nach Steuern lag
im ersten Quartal 2001 bei 15,6 Millionen Euro (30,5 Mio DM) nach
einem Plus von 4,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Erst im zweiten Halbjahr gehe man von einer Belebung aus, sagte
der Finanzvorstand der ConSors Discount-Broker AG, Uwe Schroeder-
Wildberg, am Dienstag in Nürnberg. Für das Gesamtjahr erwartet er ein
positives Geschäftsergebnis.

«Wir werden nicht mürbe, auch wenn wir eine Durststrecke erleben»,
sagte Schroeder-Wildberg. Mit 450 Millionen Euro habe Consors
ausreichend Eigenkapital. «Es werden derzeit keine
Verkaufsverhandlungen geführt», sagte er. Nach einem Bericht der
Online-Ausgabe des «manager magazins» hat die Münchner
Versicherungsgruppe Allianz kein Interesse mehr an dem am Neuen Markt
notierten Internet-Wertpapierhändler und setzt nach der Übernahme der
Dresdner Bank offenbar auf deren Online-Tochter Advanced Bank.

Das Unternehmen verzeichnete eine gedämpfte Handels- und
Kundenentwicklung. Die Zahl der Aktienkäufe und -verkäufe sank um 25
Prozent auf 2,5 Millionen. Insgesamt hatte ConSors Ende März 540 000
Kunden (Plus 14 000). Die operativen Konzernerträge gingen um 20
Prozent auf 56,4 Millionen Euro zurück. Die Aufwendungen durch den
Konzernausbau erhöhten sich um knapp 20 Millionen Euro auf 80,6
Millionen Euro. Das Depot- und Einlagevolumen sank um zwei Milliarden
Euro auf 8,2 Milliarden Euro.
dpa

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