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Content gegen Geld: Keiner will der erste sein

26.02.2002 | 15:59 Uhr |

Deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage wollen einer Umfrage zufolge für ihre Internetangebote künftig Geld verlangen. Nach Angaben der Unternehmensberatung Andersen in Eschborn bei Frankfurt, die sieben große deutsche Verlagshäuser befragte, wollen innerhalb des nächsten halben Jahres fünf der sieben Häuser Gebühren für ihre Online-Angebote erheben. Das teilte Andersen am Dienstag mit.

Das Beratungsunternehmen befragte die Online-Töchter des Axel Springer Verlags, der WAZ-Gruppe, des Heinrich Bauer Verlags, der Verlagsgruppe Gruner+Jahr und des Spiegel sowie die gemeinsame Online-Tochter von Focus und Tomorrow (Verlagsgruppe Milchstraße).

Die Verlage gehen der Umfrage zufolge davon aus, dass Internetnutzer bereit sein werden, für qualitativ hochwertige Inhalte zu bezahlen. Der Preis gelte aber als «der kritische Erfolgsfaktor schlechthin». Alle Befragten beobachteten derzeit den Markt, aber keiner wolle der Erste sein, der Gebühren erhebt.

Die bisherigen Angebote seien nicht profitabel, ergab die Umfrage weiter. Die Befragten erwarteten, dass es zu einer Mischform aus gebührenpflichtigen und kostenfreien Angeboten im Internet kommen werde. Über die Abrechnungs- und Bezahlmodalitäten herrsche noch keine Einigkeit. Mehrere Möglichkeiten würden geprüft. Auch andere Verlage in Deutschland stehen in den Startlöchern oder haben bereits kostenpflichtige Angebote im Netz. dpa

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