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Cook: Apple Watch kann Leben verlängern, Code als Fremdsprache

24.05.2016 | 18:01 Uhr |

Tim Cook sprach heute Vormittag auf einer Startup-Konferenz in den Niederlanden. Zu Apple Watch und Schule hatte er eigene Ansichten.

Gestern Abend war wohl Kulturprogramm dran: Tim Cook war in dem Anne-Frank-Museum und offenbar auch in dem Rijiks-Museum im Amsterdam. Heute Vormittags ging es dann auf die Bühne, denn der Apple-CEO war als erster Sprecher bei der Konferenz " Startup Fest 2016 " um 11:15 eingeplant.

Tim Cook hat keine Rede gehalten, sondern wurde interviewt, die Veranstalter konnte keinen besseren Gesprächspartner finden, als Neelie Kroes, die ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin, deren Expertise auch Apple zu spüren bekam, als die EU 2014 bei den In-App-Käufen stärkeren Kinderschutz durchsetzte .

App-Entwicklung in Europa

Und so ging es in einem halbstündigen Gespräch rund um Apple-Themen. Cook lobte Europa für die pulsierende Atmosphäre in Sachen Technologie, aber auch für Business und Investitionen fand er den alten Kontinent besonders attraktiv: "Der erste Punkt auf der Liste ist Gesetzeshoheit und die Kontinuität dabei". Auch Apple bemühe sich, App-Entwickler nach Kräften zu unterstützen. Laut Tim Cook sind um Apple und den App Store rund 1,5 Millionen Entwickler-Jobs entstanden. Hauptwerkzeuge von Apple sind der App Store und dessen Marketing-Tools. Dazu hat Apple vor Kurzem ein Entwickler-Zentrum in Neapel eröffnet . Grund dafür war wohl nach Tim Cook der Ausbau in der Region: "Wir wollten die App-Wirtschaft dorthin bringen, wo sie noch nicht ausgebaut ist." Auf die Bemerkung, der App Store sei in sich geschlossen, konterte Cook: "Eine Plattform, die momentan zwei Millionen Apps zählt, kann nicht geschlossen sein. Wie kuratieren Inhalte, da wir manche Arten davon, wie Pornografie, nicht verkaufen wollen."

Sicherheit und Apple

Auch zu dem San-Bernandino-Fall hat sich Tim Cook geäußert. Die Auseinandersetzung mit dem FBI würde zu einem neuen Betriebssystem führen, das alles auf dem iPhone auslesen kann. Apple habe jedoch kein Recht, in den Nachrichten eines einzelnen Nutzers zu lesen. "Ihr solltet Apple wie DHL (im Original "Fedex") betrachten, wir stellen die verpackten Pakete zu, ihr dürft sie entpacken."

Apple als globaler Netzwerk-Anbieter

Wohl als Seitenhieb an die europäischen Mobilfunk-Anbieter hatte Neelie Kroes die Frage zur eigenen Apple Sim gestellt. Cook hat die Möglichkeit jedoch diplomatisch ausgeschlagen, Apple könnte jemals ein globaler Netzwerk-Anbieter werden. Zwar arbeitet die Firma daran, eigenes Wissen in die Entwicklung der eSIM zu investieren. Auch zu den Startzeiten von iPhone habe man verstärkt mit den Providern in den einzelnen Ländern, wie mit der Deutschen Telekom in Deutschland zusammen gearbeitet. Apple habe laut Cook nicht die nötige Expertise, eigene Netzwerke zu entwickeln. Dazu arbeite man bei Apple daran, möglichst globale Lösungen zu bringen. Bei den Netzwerken sei so eine Lösung eher nicht realistisch.

Apple Watch kann das Leben verlängern

Eine typische Frage aus einem Vorstellungsgespräch wurde aus dem Publikum gestellt. "Wo sehe sich Apple in fünf oder zehn Jahren?" Tim Cook hat als Antwort darauf vor allem über die Apple Watch gesprochen. Demnach war die Watch zunächst als ein Motivations-Tool gedacht, das die Menschen zu mehr Bewegung anspornt. Die Idee habe man bei Apple dann weiter entwickelt. So sei man auf ResearchKit gekommen. Die Apple Watch als Monitoring-Gadget liefert eine Fülle an Daten, die auf den herkömmlichen Wegen wie ein Aushang an dem Schwarzen Brett nie zu Stande hätten kommen können. ( Das beste Beispiel : Die Spiele-App " Sea Hero Quest " zur Demenzforschung hat in rund zwei Wochen eine Million Nutzer gewonnen. Hochgerechnet hat man die Spielezeit von 11 Jahren erreicht. Die Navigationsdaten nach zwei Wochen mit dem Spiel entsprechen 1500 Jahren Forschung, die für die gleiche Anzahl an Daten benötigt würde.)

Entwickelt man den Gedanken mit ResearchKit weiter, so Cook, entsteht daraus die Idee für CareKit – einer Kommunikationsplattform zwischen Arzt, Patienten und Pfleger. Cook sieht eine Apple Watch als eine smarte Kontroll-Konsole für den menschlichen Körper. Zwar liefert der Körper die gleichen Signale an das Gehirn, doch der moderne Mensch kann die nicht alle auslesen . Langfristig solle die Apple Watch oder vergleichbare Geräte das Leben eines Menschen verlängern, aber auch dessen Qualität steigern. Die Menschen werden sich in ein paar Jahren fragen: "Wie könnte ich nur ohne die Watch leben?"

Kurz angerissen hat Cook auch Apple TV und dessen Weiterentwicklung. "Apple sieht Apps als die Zukunft vom Fernsehen."

Schule und Bildung

Auch Bildung ist offenbar ein großes Thema bei Apple. Tim Cook sieht die Programmiersprachen gleichgestellt mit den Fremdsprachen bei den Fertigkeiten des modernen Menschen. Am besten, sie werden ab der fünften oder sechsten Klasse allen Kindern an der Schule unterrichtet.

Das gesamte Video kann hier abgerufen werden .

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